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Qualifikationen

Was auf dem Papier steht — und was es wert ist.

Ein Abschluss öffnet Türen, eine Software steht nur im Anforderungsprofil. Hier steht zu jeder Qualifikation, wofür sie im Alltag gebraucht wird, wie knapp sie am Markt ist und welche Rollen ohne sie nicht zu besetzen sind.

Abschlüsse & Weiterbildungen

Geprüfter Bilanzbuchhalter (IHK)

Der Geprüfte Bilanzbuchhalter (IHK) ist die höchste bundeseinheitlich geregelte Fortbildung im Rechnungswesen unterhalb eines Studiums und im Deutschen Qualifikationsrahmen auf Bachelor-Niveau eingeordnet. Er befähigt dazu, Jahresabschlüsse nach HGB eigenständig aufzustellen und gegenüber Wirtschaftsprüfern, Banken und Geschäftsführung zu vertreten. In Ausschreibungen für Haupt- und Bilanzbuchhaltung ist er das am häufigsten genannte Einzelkriterium.

Geprüfter Steuerfachwirt

Der Geprüfte Steuerfachwirt ist die Aufstiegsfortbildung für Steuerfachangestellte und wird vor der Steuerberaterkammer geprüft, nicht vor der IHK. Er berechtigt nicht zur eigenverantwortlichen Steuerberatung nach außen, macht aber die weitgehend selbstständige Mandatsbetreuung innerhalb der Kanzlei möglich. In Kanzleien ist er die übliche Stufe zwischen Ausbildung und Steuerberaterexamen.

Geprüfter Industriefachwirt (IHK)

Der Geprüfte Industriefachwirt (IHK) ist die kaufmännische Aufstiegsfortbildung mit industriellem Zuschnitt: Sie verbindet wirtschaftsbezogene Grundlagen mit den Prozessen eines produzierenden Betriebs, von der Materialwirtschaft über die Fertigungssteuerung bis zum Absatz. Er ist im Deutschen Qualifikationsrahmen auf Bachelor-Niveau eingeordnet. Wer im Industrieunternehmen von der Sachbearbeitung in die Teamverantwortung will, nimmt in der Regel diesen Weg.

Geprüfter Wirtschaftsfachwirt (IHK)

Der Geprüfte Wirtschaftsfachwirt (IHK) ist die branchenneutrale Variante der kaufmännischen Aufstiegsfortbildung und damit die am breitesten einsetzbare. Er deckt Unternehmensführung, Rechnungswesen, Recht, Personal, Marketing und Logistik in einer gemeinsamen Systematik ab, ohne sich auf eine Branche festzulegen. Für viele ist er die Eintrittskarte zum Geprüften Betriebswirt (IHK).

Geprüfter Betriebswirt (IHK)

Der Geprüfte Betriebswirt (IHK) ist die höchste Stufe der kaufmännischen IHK-Fortbildung und im Deutschen Qualifikationsrahmen auf Master-Niveau eingeordnet. Er baut zwingend auf einer bestandenen Fachwirt-, Fachkaufmann- oder Meisterprüfung auf und richtet sich an Personen, die bereits Verantwortung tragen. Kern ist nicht neues Fachwissen, sondern die Fähigkeit, unternehmerische Entscheidungen unter unvollständigen Informationen zu begründen.

Geprüfter Technischer Fachwirt (IHK)

Der Geprüfte Technische Fachwirt (IHK) richtet sich an Facharbeiter aus gewerblich-technischen Berufen, die kaufmännische Verantwortung übernehmen wollen, ohne die Technik zu verlassen. Er kombiniert technische Grundlagen mit betriebswirtschaftlichen Handlungsfeldern und schließt die berufs- und arbeitspädagogische Eignung ein. Damit ist er die typische Wahl für Rollen an der Schnittstelle von Fertigung, Vertrieb und Kalkulation.

Geprüfter Personalfachkaufmann (IHK)

Der Geprüfte Personalfachkaufmann (IHK) ist die Aufstiegsfortbildung für die Personalarbeit und im Deutschen Qualifikationsrahmen auf Bachelor-Niveau eingeordnet. Er deckt Arbeits- und Sozialversicherungsrecht, Entgeltgestaltung, Personalplanung, Personalentwicklung und Personalcontrolling ab. In Personalabteilungen des Mittelstands ist er der übliche Nachweis für eigenverantwortliche Fallbearbeitung.

Geprüfter Fachwirt für Logistiksysteme (IHK)

Der Geprüfte Fachwirt für Logistiksysteme (IHK) ist die kaufmännisch-planerische Aufstiegsfortbildung der Logistik: Sie zielt auf die Gestaltung von Lager-, Transport- und Umschlagsystemen statt auf die Führung an der Rampe. Geprüft werden Prozessplanung, Steuerung, Kostenrechnung und rechtliche Rahmenbedingungen des Transports. Wer Logistik konzipieren und ausschreiben statt Schichten führen will, nimmt diesen Weg.

Geprüfter Handelsfachwirt (IHK)

Der Geprüfte Handelsfachwirt (IHK) ist die Aufstiegsfortbildung für Handel und handelsnahen Vertrieb und im Deutschen Qualifikationsrahmen auf Bachelor-Niveau eingeordnet. Er behandelt Sortiments- und Preisgestaltung, Beschaffung, Flächen- und Personalsteuerung sowie die Führung von Filialen oder Abteilungen. Für den Aufstieg zur Markt-, Filial- oder Abteilungsleitung ist er im Handel der gängige Nachweis.

Geprüfter Bankfachwirt (IHK)

Der Geprüfte Bankfachwirt (IHK) ist die Aufstiegsfortbildung für Bankkaufleute und in Kreditinstituten die übliche Voraussetzung für eigenverantwortliche Kunden- oder Kreditbetreuung. Er vertieft Kredit-, Anlage- und Auslandsgeschäft und ergänzt sie um betriebswirtschaftliche und rechtliche Grundlagen. Im Deutschen Qualifikationsrahmen ist er auf Bachelor-Niveau eingeordnet.

Geprüfter Industriemeister Fachrichtung Metall

Der Geprüfte Industriemeister Fachrichtung Metall (IHK) ist die Führungsqualifikation für die metallverarbeitende Fertigung und im Deutschen Qualifikationsrahmen auf Bachelor-Niveau eingeordnet. Er verbindet Fertigungs- und Werkstofftechnik mit Organisation, Kostenrechnung, Personalführung und der Ausbildereignung. In vielen Betrieben ist er die formale Voraussetzung, um eine Schicht oder einen Fertigungsbereich zu verantworten.

Geprüfter Industriemeister Fachrichtung Elektrotechnik

Der Geprüfte Industriemeister Fachrichtung Elektrotechnik (IHK) führt elektrotechnische Fertigungs- und Instandhaltungsbereiche und trägt dort Verantwortung für Anlagenverfügbarkeit, Personal und Arbeitssicherheit. Er ist im Deutschen Qualifikationsrahmen auf Bachelor-Niveau eingeordnet und schließt die Ausbildereignung ein. In Betrieben mit eigener Instandhaltung ist er häufig die Person, die elektrotechnische Arbeiten fachlich verantwortet.

Installateur- und Heizungsbauermeister (SHK)

Der Installateur- und Heizungsbauermeister ist die Meisterqualifikation im Sanitär-, Heizungs- und Klimahandwerk und gehört zu den zulassungspflichtigen Handwerken. Er berechtigt zur Eintragung in die Handwerksrolle und damit zur selbstständigen Betriebsführung oder zur Übernahme der Betriebsleitung. Für Betriebe ist er nicht nur Qualifikation, sondern Voraussetzung, um das Gewerk überhaupt ausüben zu dürfen.

Staatlich geprüfter Techniker Maschinentechnik

Der Staatlich geprüfte Techniker der Fachrichtung Maschinentechnik wird an einer Fachschule erworben und ist im Deutschen Qualifikationsrahmen auf Bachelor-Niveau eingeordnet. Er qualifiziert für planende und konstruktive Aufgaben zwischen Facharbeit und Ingenieurwesen — von der Konstruktion über die Arbeitsvorbereitung bis zur Instandhaltungsplanung. Anders als der Meister zielt er nicht auf Personalführung, sondern auf technische Lösungskompetenz.

Staatlich geprüfter Techniker Elektrotechnik

Der Staatlich geprüfte Techniker der Fachrichtung Elektrotechnik ist ein Fachschulabschluss auf Bachelor-Niveau des Deutschen Qualifikationsrahmens und deckt je nach Schwerpunkt Automatisierungs-, Energie- oder Gebäudetechnik ab. Er qualifiziert für Projektierung, Steuerungsentwicklung, Inbetriebnahme und technische Betreuung von Anlagen. In Ausschreibungen steht er regelmäßig gleichrangig neben dem Elektroingenieur.

Staatlich geprüfter Bautechniker

Der Staatlich geprüfte Bautechniker ist ein Fachschulabschluss auf Bachelor-Niveau des Deutschen Qualifikationsrahmens, üblicherweise in den Fachrichtungen Hochbau oder Tiefbau. Er qualifiziert für Bauleitung, Kalkulation, Arbeitsvorbereitung und Bauüberwachung und ist im Baugewerbe die häufigste Alternative zum Bauingenieurstudium. Auf der Baustelle arbeitet er an der Nahtstelle zwischen Planung und Ausführung.

Geprüfter Polier (Hoch- und Tiefbau)

Der Geprüfte Polier ist die Führungsqualifikation der Baustelle und im Bauhauptgewerbe die Ebene zwischen Facharbeiterkolonne und Bauleitung. Er verantwortet Bauausführung, Personaleinsatz, Geräte und Arbeitssicherheit unmittelbar vor Ort. Die Fortbildung schließt neben Bautechnik auch Baurecht, Kalkulationsgrundlagen, Mitarbeiterführung und die Ausbildereignung ein.

Geprüfter Controller (Zertifikatslehrgang)

Anders als der Bilanzbuchhalter ist der Controller kein bundeseinheitlich geregelter Fortbildungsberuf: Die Lehrgänge der Industrie- und Handelskammern sowie privater Akademien enden mit einem Zertifikat des jeweiligen Trägers, nicht mit einer Prüfung nach Fortbildungsordnung. Inhaltlich decken sie Kosten- und Leistungsrechnung, Planung, Abweichungsanalyse und Reporting ab. Für den Einstieg ins Controlling ist der Lehrgang hilfreich, ersetzt aber keine belastbare Praxis in einem konkreten Steuerungsmodell.

Berufsbegleitender Bachelor

Ein berufsbegleitender Bachelor wird neben der Arbeit an Fern-, Abend- oder Präsenzhochschulen absolviert und ist im Deutschen Qualifikationsrahmen auf derselben Stufe wie Fachwirt, Meister und Techniker eingeordnet. Sein wesentlicher Unterschied liegt nicht im Niveau, sondern in der Anschlussfähigkeit: Er öffnet Masterprogramme und Konzernlaufbahnen, die beruflichen Aufstiegsfortbildungen teilweise verschlossen bleiben. Der Preis dafür ist die längste Dauer aller hier beschriebenen Wege.

Kaufmännische Umschulung (IHK)

Eine kaufmännische Umschulung führt Erwachsene in verkürzter Zeit zu einem regulären Ausbildungsabschluss vor der IHK, am häufigsten als Kaufmann für Büromanagement oder Industriekaufmann. Sie dauert üblicherweise rund zwei Jahre statt drei und kombiniert Unterricht beim Bildungsträger mit einem betrieblichen Praktikum. Der Abschluss ist derselbe wie nach einer regulären Ausbildung — im Zeugnis steht keine Umschulung.

Zertifikate & Nachweise

Internationaler Schweißfachmann (IWS)

Der Internationale Schweißfachmann (IWS) ist die mittlere Stufe der Schweißaufsichtspersonen nach dem international harmonisierten Ausbildungssystem. Er qualifiziert dazu, Schweißarbeiten fachlich zu verantworten — von der Verfahrensauswahl über die Schweißanweisung bis zur Bewertung von Unregelmäßigkeiten. Betriebe brauchen eine Schweißaufsicht mit anerkannter technischer Qualifikation, sobald sie nach einschlägigen Regelwerken zertifiziert schweißen wollen.

Schweißerprüfung nach DIN EN ISO 9606

Die Schweißerprüfung nach DIN EN ISO 9606 weist nach, dass eine Person ein bestimmtes Schweißverfahren in einem definierten Geltungsbereich beherrscht. Sie ist personenbezogen, zeitlich befristet und immer auf konkrete Parameter beschränkt: Verfahren, Werkstoffgruppe, Werkstückform, Nahtart, Position und Dickenbereich. Wer tragende oder druckbeaufschlagte Bauteile schweißt, braucht sie in der Regel zwingend.

Fahrausweis für Flurförderzeuge (Staplerschein)

Der Staplerschein ist der Fahrausweis für Flurförderzeuge und belegt die Ausbildung nach dem einschlägigen DGUV-Regelwerk. Er allein berechtigt aber noch nicht zum Fahren im Betrieb: Erforderlich sind zusätzlich die schriftliche Beauftragung durch den Unternehmer, die körperliche und geistige Eignung sowie eine Unterweisung auf das konkrete Fahrzeug und die betrieblichen Verhältnisse. Genau diese Dreiteilung wird in der Praxis am häufigsten übersehen.

Kranführerschein

Der Kranführerschein weist die Ausbildung zum Führen von Kranen nach dem einschlägigen DGUV-Regelwerk nach und ist immer auf bestimmte Kranarten bezogen. Wie beim Stapler gilt: Ausbildung, körperliche und geistige Eignung sowie die schriftliche Beauftragung durch den Unternehmer müssen zusammenkommen. Wer einen Mobilkran im öffentlichen Verkehrsraum bewegt, braucht zusätzlich die passende Fahrerlaubnis für das Fahrzeug.

Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator (SiGeKo)

Der Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator wird vom Bauherrn bestellt, wenn auf einer Baustelle Beschäftigte mehrerer Arbeitgeber tätig werden. Er koordiniert den Arbeitsschutz zwischen den Gewerken — in der Planungsphase und während der Ausführung. Die Pflicht trifft den Bauherrn, nicht das ausführende Unternehmen; delegieren kann er die Aufgabe, die Verantwortung für die Bestellung bleibt bei ihm.

REFA-Grundschein (Industrial Engineering)

Der REFA-Grundschein ist die Einstiegsqualifikation im Industrial Engineering und vermittelt die Methodik zur Analyse und Gestaltung von Arbeitssystemen. Kern ist die Ermittlung von Vorgabezeiten über Zeitaufnahmen mit Leistungsgradbeurteilung sowie die Gliederung von Abläufen in Ablaufarten. Der Nachweis ist nur dort wertvoll, wo der Betrieb tatsächlich mit Zeitwirtschaft arbeitet — sonst bleibt er eine Zeile ohne Wirkung.

Six Sigma Green Belt

Der Six Sigma Green Belt ist ein Methodenzertifikat zur datenbasierten Prozessverbesserung entlang des DMAIC-Zyklus aus Define, Measure, Analyze, Improve und Control. Green Belts führen Verbesserungsprojekte neben ihrer Linientätigkeit, während Black Belts sie hauptamtlich betreuen. Es gibt keine staatliche Prüfung: Zertifikate stammen von Verbänden, Akademien oder Unternehmen und unterscheiden sich in Tiefe und Anspruch erheblich.

IPMA-Zertifizierung im Projektmanagement

Die IPMA-Zertifizierung ist kompetenzbasiert: Sie prüft nicht nur Methodenwissen, sondern ab der zweiten Stufe auch nachgewiesene Projekterfahrung in wachsender Komplexität. Das Stufenmodell reicht von Level D für Einsteiger über Level C und B bis Level A für Projektdirektoren. In Deutschland ist sie im Anlagen-, Maschinen- und Bauumfeld die am weitesten verbreitete Projektmanagement-Zertifizierung.

PRINCE2

PRINCE2 ist eine prozessorientierte Projektmanagement-Methodik, die Projekte in klar abgegrenzte Phasen mit definierten Rollen, Entscheidungspunkten und Dokumenten gliedert. Sie stammt aus dem britischen Verwaltungsumfeld und ist in angelsächsisch geprägten Konzernen sowie in IT- und Beratungsprojekten weit verbreitet. Zertifiziert wird in zwei Hauptstufen: Foundation für das Methodenverständnis und Practitioner für die Anwendung auf Projektsituationen.

Scrum Master Zertifizierung

Der Scrum Master verantwortet nicht das Projektergebnis, sondern die Wirksamkeit des Teams und die saubere Anwendung des Rahmenwerks. Er hat keine Weisungsbefugnis, kein Budget und keine Terminverantwortung — genau das unterscheidet ihn von einer Projektleitung. Zertifiziert wird vor allem über zwei Anbieter mit unterschiedlicher Logik: eine reine Prüfung ohne Kurspflicht auf der einen, ein verpflichtender Kurs mit regelmäßiger Erneuerung auf der anderen Seite.

SAP-Zertifizierung

SAP-Zertifikate bescheinigen Kenntnisse in einem bestimmten Modul und Release, etwa Finanzwesen, Controlling, Materialwirtschaft, Vertrieb oder Personalwirtschaft. Sie werden direkt beim Hersteller abgelegt und sind an Produktstände gebunden — mit dem Umstieg auf S/4HANA haben ältere Zertifikate deutlich an Aussagekraft verloren. Für Anwender zählt in Auswahlverfahren fast immer die belegbare Systempraxis mehr als die Urkunde.

Ausbildereignung (AdA-Schein)

Der AdA-Schein weist die berufs- und arbeitspädagogische Eignung nach der Ausbilder-Eignungsverordnung nach und ist Voraussetzung dafür, in einem Betrieb selbst ausbilden zu dürfen. Ohne einen persönlich und fachlich geeigneten Ausbilder darf ein Betrieb keine Auszubildenden einstellen — deshalb ist der Schein für Unternehmen ein Engpassfaktor und nicht bloß eine Zeile im Lebenslauf. Bei Meister- und Technischen Fachwirtprüfungen ist er als Prüfungsteil bereits enthalten.

Software & Systeme

DATEV

DATEV ist die in Deutschland dominierende Softwarefamilie für Rechnungswesen und Lohn, ursprünglich von und für Steuerberater entwickelt. Wer DATEV-Kenntnisse angibt, meint fast immer Rechnungswesen pro oder Kanzlei-Rechnungswesen, seltener Lohn und Gehalt oder LODAS. Die Module haben im Arbeitsalltag wenig miteinander zu tun — deshalb gehört in jede Stellenanzeige und jede Bewerbung, welches gemeint ist.

SAP FI

SAP FI ist das Modul für die externe Rechnungslegung: Hauptbuch, Debitoren, Kreditoren, Anlagen- und Bankbuchhaltung. Wer FI-Kenntnisse angibt, sollte die Belegarten und die Transaktionen benennen können, mit denen er täglich gearbeitet hat. In S/4HANA sind Haupt- und Nebenbücher in einer gemeinsamen Belegtabelle zusammengeführt, was Abstimmarbeiten spürbar verändert hat.

SAP CO

SAP CO ist das Controlling-Modul mit Kostenstellenrechnung, Innenaufträgen, Produktkostencontrolling und Ergebnisrechnung. Anders als FI dient es keiner gesetzlichen Rechnungslegung, sondern der internen Steuerung — die Regeln legt das Unternehmen selbst fest. Deshalb sagt der Begriff SAP-CO-Kenntnisse für sich genommen wenig; entscheidend ist, welche Teilkomponenten jemand bearbeitet hat.

SAP MM

SAP MM ist das Modul für Einkauf und Materialwirtschaft: Bestellanforderung, Bestellung, Wareneingang, Rechnungsprüfung und Bestandsführung. Es hat die meisten Berührungspunkte im System, weil jede Warenbewegung zugleich einen Buchhaltungsbeleg erzeugt. Wer MM-Kenntnisse nennt, sollte sagen können, ob er operativ bestellt, disponiert oder Rechnungen geprüft hat.

SAP SD

SAP SD deckt den Vertriebsprozess ab: Angebot, Kundenauftrag, Lieferung, Warenausgang und Faktura. Das inhaltlich anspruchsvollste Stück ist die Preisfindung über die Konditionstechnik, an der die meisten Einarbeitungen hängenbleiben. Wer SD nennt, sollte sagen können, ob er Aufträge erfasst, Lieferungen gesteuert oder Fakturen und Gutschriften bearbeitet hat.

Lexware

Lexware ist eine Softwarelinie für kleine und mittlere Unternehmen mit Modulen für Buchhaltung, Lohn und Warenwirtschaft. Sie läuft typischerweise dort, wo ein bis drei Personen die komplette kaufmännische Abwicklung machen. Für Bewerber heißt das: Lexware-Erfahrung signalisiert Breite über alle kaufmännischen Themen, nicht Spezialisierung.

ADDISON

ADDISON ist die Kanzlei- und Rechnungswesensoftware von Wolters Kluwer und in Steuerberatungen die häufigste Alternative zu DATEV. Funktional deckt sie denselben Bereich ab: laufende Buchführung, Jahresabschluss, Lohn und Kanzleiorganisation. Für Bewerber ist entscheidend, dass die Fachlogik übertragbar ist, die Bedienung aber nicht.

Agenda

Agenda ist eine Kanzlei- und Buchhaltungssoftware aus Rosenheim und vor allem in Süddeutschland verbreitet. Sie deckt Finanzbuchführung, Lohnabrechnung, Anlagenbuchführung und den Jahresabschluss ab und richtet sich an kleinere bis mittlere Kanzleien sowie deren Mandanten. In Bewerbungen taucht sie deutlich seltener auf als DATEV, obwohl der Arbeitsalltag derselbe ist.

Sage

Sage steht für eine Reihe kaufmännischer Programme, die vom Kleinbetrieb bis in den gehobenen Mittelstand reichen — von Sage 50 bis zu Sage 100 mit Warenwirtschaft und Produktion. In Stellenanzeigen ist Sage deshalb ein unscharfer Begriff; entscheidend sind Produktlinie und Modul. Die Personalprodukte für die Lohnabrechnung sind ein eigenes Feld mit eigener Einarbeitung.

Microsoft Dynamics 365

Microsoft Dynamics 365 ist ein ERP- und CRM-Baukasten; im Rechnungswesen sind vor allem Business Central, früher Navision, und Finance and Operations, früher AX, relevant. Beide sind trotz gemeinsamer Marke unterschiedliche Systeme mit eigener Bedienung. Wer Dynamics angibt, sollte immer die Linie nennen, sonst ist die Angabe für Arbeitgeber wertlos.

AutoCAD

AutoCAD ist der Standard für 2D-Zeichnungen und arbeitet mit dem Dateiformat DWG, das branchenübergreifend als Austauschformat gilt. Anders als parametrische 3D-Systeme kennt AutoCAD keinen Konstruktionsbaum: Geändert wird die Geometrie selbst. Wer AutoCAD nennt, sollte sagen, ob er klassisch in 2D zeichnet oder eine Branchenversion wie Mechanical oder Architecture nutzt.

SolidWorks

SolidWorks ist ein parametrisches 3D-CAD-System für den Maschinen- und Anlagenbau. Bauteile entstehen aus Skizzen und Features, die in einem Baum aufeinander aufbauen — ändert man eine frühe Skizze, rechnet sich das gesamte Modell neu. Wer SolidWorks angibt, sollte Baugruppengröße und genutzte Module benennen, denn Einzelteilkonstruktion und eine Baugruppe mit tausenden Komponenten stellen sehr verschiedene Anforderungen.

Revit

Revit ist die BIM-Software von Autodesk für Architektur, Tragwerk und technische Gebäudeausrüstung. Statt Linien werden Bauteile mit Eigenschaften modelliert, aus denen sich Grundrisse, Schnitte, Ansichten und Mengen automatisch ableiten. Wer Revit angibt, sollte die Fachdisziplin nennen, denn Architektur-, Tragwerks- und TGA-Modellierung unterscheiden sich in Familien, Arbeitsabläufen und Prüfroutinen deutlich.

Autodesk Inventor

Autodesk Inventor ist ein parametrisches 3D-CAD-System für Maschinen-, Anlagen- und Sondermaschinenbau. Es steht in direkter Konkurrenz zu SolidWorks und spielt seine Stärke dort aus, wo viel mit DWG-Bestandsdaten und AutoCAD-Umgebungen gearbeitet wird. Besonders leistungsfähig ist es bei regelbasierten Konstruktionen, weil sich Varianten über iLogic-Regeln automatisieren lassen.

CATIA

CATIA ist das CAD-System von Dassault Systemes und bei Automobil- und Luftfahrtherstellern sowie größeren Zulieferern der Standard. Charakteristisch ist die Flächenmodellierung, mit der Außenhaut- und Designgeometrien erzeugt werden — der Teil, der CATIA von den Systemen des Mittelstands abhebt. Wer CATIA nennt, sollte Version, genutzte Arbeitsumgebungen und die Methodenvorgabe des Auftraggebers benennen können.

EPLAN Electric P8

EPLAN Electric P8 ist das Standardsystem für Elektroplanung im Maschinen- und Anlagenbau. Es zeichnet nicht nur Stromlaufpläne, sondern führt eine Datenbank hinter der Zeichnung, aus der Klemmenpläne, Kabellisten, Stücklisten und Betriebsmittelkennzeichen automatisch entstehen. Wer EPLAN nennt, sollte sagen, ob er nur zeichnet oder auch Artikelstamm, Makros und Auswertungen pflegt.

SIMATIC STEP 7

SIMATIC STEP 7 ist die klassische Siemens-Programmiersoftware für die Steuerungsfamilien S7-300 und S7-400, meist als Version V5 bezeichnet. Sie ist trotz des Nachfolgers TIA Portal weiterhin im Feld, weil Bestandsanlagen jahrzehntelang laufen und ein Umbau Produktionsstillstand bedeutet. Wer Instandhaltung oder Service an älteren Anlagen macht, braucht sie unabhängig davon, was neu geplant wird.

TIA Portal

Das TIA Portal ist die aktuelle Siemens-Entwicklungsumgebung für Automatisierungsprojekte und fasst Steuerung, Antriebe, Bedienoberfläche und Netzwerkprojektierung in einem Programm zusammen. Anders als in der Vorgängergeneration liegen SPS-Programm und Visualisierung in einem gemeinsamen Datenhaushalt, sodass Variablen nur einmal existieren. Wer TIA nennt, sollte angeben, ob er auch WinCC, Safety oder Antriebstechnik projektiert hat.

MS Project

Microsoft Project ist ein Werkzeug zur Termin- und Ressourcenplanung, das Vorgänge, Abhängigkeiten und Kapazitäten zu einem Terminplan verrechnet. Sein Kern ist die Netzplanlogik: Aus Anordnungsbeziehungen und Dauern ergeben sich Anfangs- und Endtermine sowie der kritische Weg. Wer Project angibt, sollte sagen können, ob er Pläne selbst aufbaut und pflegt oder nur eingetragene Termine abliest.

Excel (fortgeschritten)

Fortgeschrittene Excel-Kenntnisse meinen nicht Formatieren und Summenbilden, sondern die Auswertung größerer Datenmengen: Pivot-Tabellen, Nachschlagefunktionen wie XVERWEIS oder INDEX und VERGLEICH sowie das Aufbereiten von Rohdaten mit Power Query. In Stellenanzeigen steht der Begriff fast immer, gemeint ist je nach Haus etwas anderes. Deshalb gehört in jede Bewerbung, welche Werkzeuge konkret genutzt wurden.

Normen & Regelwerke

ISO 9001 (Qualitätsmanagement)

Die ISO 9001 beschreibt Anforderungen an ein Qualitätsmanagementsystem und wird von einer akkreditierten Stelle für die Organisation zertifiziert, nicht für einzelne Personen. Zentrale Gedanken sind der prozessorientierte Ansatz, das risikobasierte Denken und die Verantwortung der obersten Leitung. Für Bewerbungsprofile entscheidend ist die Unterscheidung, ob jemand die Norm kennt, sie umsetzt oder als Auditor bewertet.

ISO 45001 (Arbeits- und Gesundheitsschutz)

Die ISO 45001 beschreibt Anforderungen an ein Managementsystem für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit und löste die frühere Spezifikation OHSAS 18001 ab. Sie fordert ausdrücklich die Beteiligung der Beschäftigten und bezieht Auftragnehmer sowie Fremdfirmen in die Betrachtung ein. Wichtig für die Einordnung: Sie ersetzt keine gesetzliche Pflicht — Arbeitsschutzgesetz, Betriebssicherheitsverordnung und das Regelwerk der Unfallversicherungsträger gelten unabhängig davon weiter.

ISO 14001 (Umweltmanagement)

Die ISO 14001 stellt Anforderungen an ein Umweltmanagementsystem und dreht sich um die Wirkung des Betriebs nach außen: Emissionen, Abfall, Wasser, Energie, Gefahrstoffe und die Einhaltung umweltrechtlicher Pflichten. Damit unterscheidet sie sich grundlegend von der ISO 9001, die auf die Erfüllung von Kundenanforderungen zielt, und von der ISO 45001, die den Schutz der eigenen Beschäftigten adressiert. Zertifiziert wird auch hier die Organisation, nicht die Person.

VOB (Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen)

Die VOB ist kein Gesetz, sondern ein Regelwerk aus drei Teilen: Teil A regelt die Vergabe, Teil B enthält Vertragsbedingungen für die Bauausführung, Teil C die Allgemeinen Technischen Vertragsbedingungen für die einzelnen Gewerke. Die VOB/B gilt nur, wenn sie im Bauvertrag vereinbart wurde — sonst greift das Werkvertragsrecht des Bürgerlichen Gesetzbuchs. Für Bauleiter, Kalkulatoren und Poliere ist sie die praktisch wichtigste Rechtsgrundlage im Tagesgeschäft.

HOAI (Honorarordnung für Architekten und Ingenieure)

Die HOAI regelt die Vergütung von Planungsleistungen und betrifft damit Planer, nicht ausführende Bauunternehmen. Ihr Kern sind die Leistungsphasen von der Grundlagenermittlung bis zur Objektbetreuung, die Honorarzonen als Maß für die Planungsschwierigkeit und die anrechenbaren Kosten als Bemessungsgrundlage. Seit der Novellierung sind die Honorartafeln keine verbindlichen Mindest- und Höchstsätze mehr, sondern Orientierungswerte — das Honorar ist frei zu vereinbaren.

DGUV Vorschrift 3 (elektrische Anlagen und Betriebsmittel)

Die DGUV Vorschrift 3 ist keine Personenqualifikation, sondern eine Unfallverhütungsvorschrift, die dem Unternehmer Pflichten auferlegt: Elektrische Anlagen und Betriebsmittel müssen vor der ersten Inbetriebnahme und in wiederkehrenden Abständen geprüft werden. Prüfen darf nur, wer als Elektrofachkraft oder als befähigte Person dafür qualifiziert ist; unter bestimmten Voraussetzungen darf eine elektrotechnisch unterwiesene Person unter Leitung und Aufsicht einer Elektrofachkraft mitwirken. Wenn eine Stellenanzeige eine DGUV-3-Zertifizierung verlangt, ist damit fast immer die befähigte Person zur Prüfung ortsveränderlicher Betriebsmittel gemeint.

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