AutoCAD
Kurz gesagt
AutoCAD ist der Standard für 2D-Zeichnungen und arbeitet mit dem Dateiformat DWG, das branchenübergreifend als Austauschformat gilt. Anders als parametrische 3D-Systeme kennt AutoCAD keinen Konstruktionsbaum: Geändert wird die Geometrie selbst. Wer AutoCAD nennt, sollte sagen, ob er klassisch in 2D zeichnet oder eine Branchenversion wie Mechanical oder Architecture nutzt.
Worum es geht
AutoCAD von Autodesk ist ein universelles Zeichenprogramm, das in Maschinenbau, Bauwesen, Elektro- und Anlagentechnik gleichermaßen genutzt wird. Die Arbeitsweise ist geprägt von Layern, Blöcken, externen Referenzen und der Trennung zwischen Modellbereich und Layouts. LT ist die reduzierte Variante ohne 3D und ohne Programmierschnittstellen — ein Unterschied, der in Stellenanzeigen fast nie steht, im Arbeitsalltag aber zählt.
Wofür es im Alltag gebraucht wird
- Fertigungs- und Ausführungszeichnungen mit Bemaßung, Toleranzen und Schriftfeld erstellen
- Bestandspläne aufmaßgerecht überarbeiten und in Layouts maßstäblich plotten
- Wiederkehrende Bauteile als Blöcke mit Attributen anlegen und daraus Listen ziehen
- Fremdpläne über externe Referenzen einbinden, ohne die Ursprungsdatei zu verändern
- Zeichnungen im DWG- oder DXF-Format mit Zulieferern und Planungsbüros austauschen
- Layerstruktur, Linienstärken und Plotstile nach der CAD-Richtlinie des Auftraggebers einhalten
Aufwand
Wer technisches Zeichnen gelernt hat, bedient AutoCAD nach ein bis zwei Wochen sicher. Deutlich länger dauert es, sauber nach der CAD-Richtlinie eines Hauses zu arbeiten — Layernamen, Linienstärken, Plotstile und Blockbibliotheken sind betriebsspezifisch und werden bei Neueinstellungen regelmäßig unterschätzt. Die Branchenversionen bringen jeweils eigene Bauteil- und Normteillogiken mit, für die noch einmal Zeit einzuplanen ist.
Wirkung aufs Gehalt
AutoCAD gilt als Grundwerkzeug und begründet keinen Aufschlag, es wird vorausgesetzt. Ein Unterschied wird erst sichtbar, wenn jemand zusätzlich 3D oder BIM beherrscht oder eine Branchenversion mit Normteilkatalogen sicher bedient. Bezahlt wird die Konstruktions- oder Planungsleistung, nicht die Bedienung des Programms.
Wie knapp ist das am Markt?
AutoCAD-Kenntnisse sind breit verfügbar, weil das Programm seit Jahrzehnten in Ausbildung und Studium genutzt wird. Knapp sind Zeichner, die AutoCAD mit echter Fertigungs- oder Baustellenerfahrung verbinden und so bemaßen, dass in Werkstatt oder Baustelle keine Rückfrage entsteht. Reine Bediener ohne Fachhintergrund werden zunehmend von 3D- und BIM-Profilen verdrängt.
Rollen, die das voraussetzen
Häufige Fragen
Ist AutoCAD noch aktuell, wenn alle über BIM sprechen?
Ja. Im Bauwesen wächst BIM, aber Bestandsplanung, Detailzeichnungen sowie Werk- und Montagepläne entstehen weiterhin sehr häufig in 2D. Im Maschinenbau und in der Elektrotechnik läuft AutoCAD ohnehin parallel zu spezialisierten Systemen.
Was unterscheidet AutoCAD von AutoCAD LT?
LT ist die reduzierte Version: kein 3D-Modellieren, keine LISP- oder Programmierschnittstelle, kein Zugriff auf die Branchenwerkzeuge. Für reines 2D-Zeichnen reicht LT vollständig aus, für Automatisierung und eigene Anpassungen nicht.
Muss ich DWG-Versionen beachten?
Ja, das ist eine häufige Fehlerquelle im Austausch. Neuere DWG-Formate lassen sich mit älteren Programmständen nicht öffnen; deshalb wird oft auf eine ältere Version gespeichert oder DXF genutzt. In Ausschreibungen ist das Zielformat meist vorgegeben.
Verwandte Qualifikationen
