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IPMA-Zertifizierung im Projektmanagement

Kurz gesagt

Die IPMA-Zertifizierung ist kompetenzbasiert: Sie prüft nicht nur Methodenwissen, sondern ab der zweiten Stufe auch nachgewiesene Projekterfahrung in wachsender Komplexität. Das Stufenmodell reicht von Level D für Einsteiger über Level C und B bis Level A für Projektdirektoren. In Deutschland ist sie im Anlagen-, Maschinen- und Bauumfeld die am weitesten verbreitete Projektmanagement-Zertifizierung.

Worum es geht

Grundlage ist ein Kompetenzmodell, das persönliche Kompetenzen, technisch-methodische Kompetenzen und den organisatorischen Kontext gleichgewichtig betrachtet. Level D wird über eine Wissensprüfung erworben und setzt keine Projekterfahrung voraus; ab Level C ist eine dokumentierte Leitungserfahrung in Projekten nachzuweisen, ab Level B kommt ein umfangreicher Projektbericht mit Assessment hinzu. Die Zertifikate der erfahrungsbasierten Stufen sind befristet und müssen turnusmäßig über den Nachweis fortgesetzter Projektarbeit erneuert werden.

Wofür es im Alltag gebraucht wird

Aufwand

Vorbereitungskurse für Level D dauern als Spanne etwa 4 bis 10 Tage, die höheren Stufen erfordern zusätzlich Zeit für Projektbericht und Assessment über mehrere Monate. Die Kosten liegen als Spanne für Level D einschließlich Prüfung etwa zwischen 1.500 und 3.500 Euro und steigen mit der Stufe deutlich an, weil Assessment und Bericht aufwendiger sind. Für die Rezertifizierung sind wiederkehrende Gebühren und Fortbildungsnachweise einzuplanen.

Wirkung aufs Gehalt

Die erfahrungsbasierten Stufen wirken anders als reine Wissenszertifikate: Level C und B belegen gegenüber Auftraggebern, dass jemand Projekte einer bestimmten Komplexität tatsächlich geleitet hat, und werden deshalb in Ausschreibungen als Eignungsnachweis verlangt. Der Effekt entsteht damit über die Zugangsberechtigung zu größeren Projekten, nicht über einen Zuschlag auf das Grundgehalt. Level D allein signalisiert Grundlagenwissen und bewegt am Markt wenig.

Wie knapp ist das am Markt?

Im Anlagenbau, in der Bauprojektsteuerung und bei technischen Dienstleistern ist die Zertifizierung ein häufiges Kriterium, weil öffentliche und industrielle Auftraggeber Nachweise für die Projektleitung fordern. Knapp sind Projektleiter, die die Zertifizierung mit echter Verantwortung für Budget und Termine verbinden. Reine Zertifikatsträger ohne geführte Projekte fallen in Auswahlgesprächen schnell auf.

Häufige Fragen

IPMA oder PRINCE2?

IPMA ist kompetenzbasiert und bewertet die Person samt ihrer Projekterfahrung, PRINCE2 beschreibt eine Projektmethodik mit festen Prozessen und Rollen. Im deutschen Anlagen-, Maschinen- und Bauumfeld ist IPMA verbreiteter, in angelsächsisch geprägten Konzernen und in der IT eher PRINCE2. Wer weiß, in welchem Umfeld er arbeiten will, hat die Antwort meist schon.

Lohnt sich Level D ohne Projekterfahrung?

Als strukturierter Einstieg ja, als Karriereargument kaum. Level D belegt Grundlagenwissen und ist ein sinnvoller Vorbereitungsschritt, ersetzt aber keine geleitete Projektarbeit. Wer bereits Projekte verantwortet, sollte direkt die passende erfahrungsbasierte Stufe anstreben.

Muss ich rezertifizieren?

Für die erfahrungsbasierten Stufen ja, sie sind befristet und verlangen den Nachweis fortgesetzter Projekttätigkeit sowie Fortbildung. Wer die Rolle verlässt und lange keine Projekte mehr leitet, verliert die Zertifizierung. Das ist bewusst so angelegt, weil sie Kompetenz und nicht einmaliges Wissen bescheinigt.

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