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Internationaler Schweißfachmann (IWS)

Kurz gesagt

Der Internationale Schweißfachmann (IWS) ist die mittlere Stufe der Schweißaufsichtspersonen nach dem international harmonisierten Ausbildungssystem. Er qualifiziert dazu, Schweißarbeiten fachlich zu verantworten — von der Verfahrensauswahl über die Schweißanweisung bis zur Bewertung von Unregelmäßigkeiten. Betriebe brauchen eine Schweißaufsicht mit anerkannter technischer Qualifikation, sobald sie nach einschlägigen Regelwerken zertifiziert schweißen wollen.

Worum es geht

Der Lehrgang gliedert sich in vier Teile: Schweißprozesse und Ausrüstung, Werkstoffe und ihr Verhalten beim Schweißen, Konstruktion und Berechnung sowie Fertigung und Anwendungstechnik. Zugang haben typischerweise Meister, Techniker oder Facharbeiter mit einschlägiger Praxis; die Zulassung prüft die durchführende Ausbildungsstätte nach den Regeln des Regelwerksgebers. Oberhalb des IWS steht der Schweißfachingenieur, unterhalb der Schweißtechniker und der Schweißwerkmeister — welche Stufe ein Betrieb benötigt, hängt von Werkstoff, Bauteilklasse und Zertifizierung ab.

Wofür es im Alltag gebraucht wird

Aufwand

Berufsbegleitend zieht sich die Ausbildung über alle Teile als Spanne je nach Modell etwa über 9 bis 18 Monate, kompakte Vollzeitvarianten kommen als Spanne auf etwa 3 bis 5 Monate. Die Gesamtkosten liegen als Spanne je nach Ausbildungsstätte und Vorqualifikation etwa zwischen 6.000 und 12.000 Euro einschließlich Prüfungsgebühren. Betriebe übernehmen die Kosten häufig, weil sie die Schweißaufsicht für ihre eigene Zertifizierung benötigen — üblich ist dabei eine Bindungsvereinbarung.

Wirkung aufs Gehalt

Der IWS wirkt weniger als Titel denn als Funktion: Wer als Schweißaufsicht benannt wird, übernimmt eine dokumentierte technische Verantwortung, die im Schadensfall auf ihn zurückfällt — und genau dafür wird er anders vergütet als ein Schweißer. Ohne Benennung im Betrieb bleibt es bei einer Zusatzqualifikation ohne Rollenwechsel. Die Höhe hängt an Bauteilklasse und Zertifizierungsumfang des Betriebs, nicht an der Urkunde.

Wie knapp ist das am Markt?

Schweißaufsichtspersonen sind im Stahl- und Behälterbau, im Rohrleitungsbau und bei Zulieferern tragender Bauteile durchgängig knapp, weil ohne sie ganze Fertigungsbereiche stillstehen. Betriebe mit Zertifizierung suchen häufig gleichzeitig eine Vertretung, weil eine einzige Person die Abhängigkeit zu groß macht. Wer zusätzlich Prüferfahrung mit zerstörungsfreien Verfahren mitbringt, ist praktisch jederzeit vermittelbar.

Häufige Fragen

Brauche ich den IWS oder reicht eine Schweißerprüfung?

Das sind zwei verschiedene Dinge. Die Schweißerprüfung weist die handwerkliche Fertigkeit einer Person für ein bestimmtes Verfahren nach, der IWS qualifiziert für die fachliche Aufsicht über die Schweißfertigung. Ein Betrieb braucht in aller Regel beides: geprüfte Schweißer und eine benannte Schweißaufsicht.

Welche Stufe der Schweißaufsicht braucht mein Betrieb?

Das richtet sich nach Werkstoff, Wanddicke, Bauteilklasse und dem Regelwerk, nach dem zertifiziert wird. Für einfachere Anwendungen kann eine niedrigere Stufe genügen, für anspruchsvolle tragende Konstruktionen wird der Schweißfachingenieur verlangt. Die Zertifizierungsstelle legt die Anforderung im konkreten Fall fest.

Verfällt der IWS?

Die Ausbildungsbescheinigung selbst verfällt nicht, wohl aber die Aktualität: Wer über längere Zeit nicht in der Schweißtechnik tätig war, muss den Bezug zur Praxis neu nachweisen. Zusätzlich verlangen Zertifizierungssysteme, dass die benannte Aufsicht tatsächlich verfügbar und im Betrieb wirksam ist.

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