ISO 9001 (Qualitätsmanagement)
Kurz gesagt
Die ISO 9001 beschreibt Anforderungen an ein Qualitätsmanagementsystem und wird von einer akkreditierten Stelle für die Organisation zertifiziert, nicht für einzelne Personen. Zentrale Gedanken sind der prozessorientierte Ansatz, das risikobasierte Denken und die Verantwortung der obersten Leitung. Für Bewerbungsprofile entscheidend ist die Unterscheidung, ob jemand die Norm kennt, sie umsetzt oder als Auditor bewertet.
Worum es geht
Die Norm verlangt unter anderem, den Kontext der Organisation und die Erwartungen interessierter Parteien zu bestimmen, Prozesse mit Zielen und Kennzahlen zu führen, Risiken und Chancen zu behandeln, interne Audits durchzuführen und regelmäßig eine Managementbewertung vorzunehmen. Ein Zertifikat wird typischerweise für einen mehrjährigen Zyklus ausgestellt und durch jährliche Überwachungsaudits sowie ein Rezertifizierungsaudit am Ende des Zyklus aufrechterhalten. Die Rolle eines Qualitätsmanagementbeauftragten ist seit der Überarbeitung von 2015 nicht mehr ausdrücklich gefordert, in der Praxis aber weiterhin fast überall besetzt. Die Norm wird turnusmäßig überarbeitet — auf welche Ausgabe ein Zertifikat ausgestellt ist, sollte man vor jeder Aussage prüfen.
Wofür es im Alltag gebraucht wird
- Prozesse so beschreiben, dass sie im Audit nachvollziehbar und im Alltag anwendbar sind
- Kennzahlen für Prozessleistung festlegen und in der Managementbewertung vertreten
- Abweichungen, Korrekturmaßnahmen und deren Wirksamkeit sauber dokumentieren
- Lieferantenbewertung aufsetzen und Anforderungen an Zulieferer vertraglich verankern
- Interne Audits planen, durchführen und die Feststellungen nachverfolgen
- Zertifizierungs- und Kundenaudits vorbereiten und den Betrieb durch sie führen
Aufwand
Für Personen reicht die Spanne von eintägigen Normkenntnis-Schulungen über Lehrgänge zum internen Auditor von etwa 2 bis 4 Tagen bis zu Qualitätsmanagementbeauftragten-Ausbildungen von als Spanne etwa 8 bis 15 Tagen. Die Kosten liegen als Spanne je nach Umfang etwa zwischen 400 und 4.000 Euro. Für die Zertifizierung des Unternehmens fallen davon getrennt Auditgebühren an, deren Höhe sich nach Beschäftigtenzahl, Standorten und Geltungsbereich richtet.
Wirkung aufs Gehalt
Der Mechanismus läuft über die Rolle, nicht über die Norm: Wer ein Managementsystem verantwortet, ist ein anderer Kandidat als jemand, der in einem zertifizierten Betrieb gearbeitet hat. Auditorenqualifikation wiederum öffnet Stellen in Konzernqualität, Lieferantenentwicklung und bei Zertifizierungsstellen. Ohne Verantwortungsübernahme bleibt Normkenntnis eine Selbstverständlichkeit, die kaum honoriert wird.
Wie knapp ist das am Markt?
Fast jeder Industriebetrieb und viele Dienstleister sind zertifiziert, weshalb reine Normkenntnis kaum unterscheidet. Knapp sind Kandidaten, die ein System eigenständig aufgebaut oder durch eine Rezertifizierung geführt haben, und solche mit branchenspezifischen Zusatzsystemen etwa in der Automobil-, Luftfahrt- oder Medizinproduktebranche. In Stellenanzeigen werden die drei Profile Kennen, Umsetzen und Auditieren regelmäßig vermischt — Arbeitgeber sollten vorab festlegen, welches sie tatsächlich brauchen.
Rollen, die das voraussetzen
Häufige Fragen
Kann ich mich als Person nach ISO 9001 zertifizieren lassen?
Nein. Das Zertifikat gilt der Organisation und ihrem Managementsystem. Personen erwerben davon getrennt Qualifikationen als interner Auditor, als Qualitätsmanagementbeauftragter oder als Auditor einer Zertifizierungsstelle. Die Formulierung ISO-zertifizierter Mitarbeiter ist deshalb sachlich falsch, taucht aber häufig auf.
Was unterscheidet internen Auditor und Zertifizierungsauditor?
Der interne Auditor prüft das eigene Unternehmen im Auftrag der Leitung und darf den eigenen Bereich nicht bewerten. Der Auditor einer akkreditierten Stelle prüft fremde Organisationen und unterliegt zusätzlichen Anforderungen an Qualifikation, Unabhängigkeit und Erfahrung. Die Ausbildungswege unterscheiden sich entsprechend im Umfang.
Wie oft wird auditiert?
Üblich ist ein mehrjähriger Zyklus mit jährlichen Überwachungsaudits und einer Rezertifizierung am Ende. Dazu kommen interne Audits nach einem eigenen Programm sowie gegebenenfalls Kundenaudits. Wie umfangreich der jeweilige Termin ausfällt, hängt von Größe, Standorten und Geltungsbereich ab.
