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Schweißerprüfung nach DIN EN ISO 9606

Kurz gesagt

Die Schweißerprüfung nach DIN EN ISO 9606 weist nach, dass eine Person ein bestimmtes Schweißverfahren in einem definierten Geltungsbereich beherrscht. Sie ist personenbezogen, zeitlich befristet und immer auf konkrete Parameter beschränkt: Verfahren, Werkstoffgruppe, Werkstückform, Nahtart, Position und Dickenbereich. Wer tragende oder druckbeaufschlagte Bauteile schweißt, braucht sie in der Regel zwingend.

Worum es geht

Geprüft wird ein Prüfstück unter Aufsicht, das anschließend zerstörungsfrei und je nach Prüfungsart auch zerstörend bewertet wird. Die Bescheinigung nennt den Geltungsbereich in Kurzzeichen — etwa das Verfahren als Zahlenkennung wie 135 für Metall-Aktivgasschweißen oder 141 für Wolfram-Inertgasschweißen, dazu Position, Nahtart und Abmessungsbereich. Wichtig für die Praxis: Wer außerhalb dieses Geltungsbereichs schweißt, ist dafür nicht geprüft, auch wenn er handwerklich dazu in der Lage wäre. Für vollmechanisches Schweißen und für Bediener gilt ein eigenes Regelwerk.

Wofür es im Alltag gebraucht wird

Aufwand

Die Prüfung selbst dauert wenige Stunden; vorbereitende Kurse laufen als Spanne je nach Verfahren und Vorkenntnissen etwa über 1 bis 4 Wochen. Die Kosten liegen als Spanne je nach Prüfstelle, Verfahren und Werkstoff etwa zwischen 200 und 800 Euro je Prüfung, wobei mehrere Verfahren entsprechend mehrfach anfallen. Betriebe übernehmen die Kosten in der Regel selbst, weil sie die Nachweise für ihre eigene Fertigung brauchen.

Wirkung aufs Gehalt

Die Vergütung folgt hier weniger dem Zertifikat als dem Geltungsbereich: Wer in Zwangslagen und mit anspruchsvollen Werkstoffen wie Edelstahl oder Aluminium geprüft ist, wird anders eingesetzt und anders bezahlt als jemand mit einer einzigen Prüfung in Wannenlage. Zusätzlich zahlt der Markt für Montagebereitschaft, weil Baustellenschweißen unter erschwerten Bedingungen stattfindet. Die Zahl der gültigen Prüfungen ist damit das eigentliche Preisschild.

Wie knapp ist das am Markt?

Geprüfte Schweißer sind seit Jahren ein Engpassprofil, besonders im Rohrleitungs-, Behälter- und Sondermaschinenbau. Knapp sind vor allem Wolfram-Inertgasschweißer für Edelstahl und Orbitalanwendungen sowie Leute mit mehreren gültigen Prüfungen gleichzeitig. Betriebe stellen häufig ein und lassen die fehlenden Prüfungen anschließend selbst ablegen, weil sie sonst gar niemanden bekommen.

Häufige Fragen

Wie lange ist die Schweißerprüfung gültig?

Die Bescheinigung ist befristet und muss in regelmäßigen Abständen durch die verantwortliche Schweißaufsicht bestätigt werden, dass die Tätigkeit im Geltungsbereich tatsächlich ausgeübt wurde. Bleibt diese Bestätigung aus oder wird das Verfahren längere Zeit nicht angewandt, verliert sie ihre Gültigkeit und die Prüfung ist neu abzulegen. Die konkreten Fristen und Bedingungen ergeben sich aus der jeweils angewandten Ausgabe der Norm.

Nehme ich meine Prüfung zum neuen Arbeitgeber mit?

Die Prüfung ist personenbezogen, die Bescheinigung gehört also zur Person. Die Bestätigung der fortlaufenden Gültigkeit erfolgt allerdings durch die Schweißaufsicht des Betriebs, in dem geschweißt wird. Beim Wechsel prüft der neue Betrieb den Geltungsbereich und lässt fehlende Bereiche gegebenenfalls nachprüfen.

Welche Prüfungen lohnen sich am meisten?

Die, die zum Zielmarkt passen: Im Stahlbau dominiert das Metall-Aktivgasschweißen, im Rohrleitungs- und Apparatebau das Wolfram-Inertgasschweißen an Edelstahl. Wer beides in mehreren Positionen abdeckt, ist am breitesten einsetzbar. Wir besetzen solche Stellen im Kundenauftrag in Festanstellung und sehen genau diese Kombination am häufigsten gefordert.

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