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Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator (SiGeKo)

Kurz gesagt

Der Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator wird vom Bauherrn bestellt, wenn auf einer Baustelle Beschäftigte mehrerer Arbeitgeber tätig werden. Er koordiniert den Arbeitsschutz zwischen den Gewerken — in der Planungsphase und während der Ausführung. Die Pflicht trifft den Bauherrn, nicht das ausführende Unternehmen; delegieren kann er die Aufgabe, die Verantwortung für die Bestellung bleibt bei ihm.

Worum es geht

Die Baustellenverordnung verlangt vom Koordinator geeignete Kenntnisse, die sich aus drei Bausteinen zusammensetzen: baufachliche Kenntnisse, arbeitsschutzfachliche Kenntnisse und spezielle Koordinatorenkenntnisse aus einem Lehrgang, jeweils ergänzt um Berufserfahrung. Typische Bewerber kommen aus Bauleitung, Bauingenieurwesen oder Architektur. Zu den Aufgaben gehören die Vorankündigung an die Arbeitsschutzbehörde, der Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan sowie die Unterlage für spätere Arbeiten am Bauwerk; ob und ab welchem Umfang diese Dokumente erforderlich sind, knüpft die Verordnung an Schwellen für Bauzeit, Beschäftigtenzahl und besondere Gefährdungen.

Wofür es im Alltag gebraucht wird

Aufwand

Die speziellen Koordinatorenkenntnisse werden als Spanne meist in Lehrgängen von etwa 4 bis 10 Tagen vermittelt, teils aufgeteilt in Grund- und Aufbaumodule. Die Kosten liegen als Spanne je nach Anbieter und Umfang etwa zwischen 1.000 und 3.000 Euro. Zusätzlich verlangen viele Auftraggeber einen regelmäßigen Nachweis der Fortbildung, weshalb wiederkehrende Auffrischungskosten einzuplanen sind.

Wirkung aufs Gehalt

Als angestellte Zusatzqualifikation erweitert die SiGeKo-Kompetenz das Leistungsspektrum von Bauleitern und Planern und macht sie für Büros interessanter, die Koordinationsleistungen anbieten wollen. Wirtschaftlich relevanter ist der Weg in die freiberufliche Koordination, weil diese Leistung gesondert beauftragt und vergütet wird. Innerhalb einer festen Anstellung wirkt sie vor allem über den erweiterten Aufgabenzuschnitt.

Wie knapp ist das am Markt?

Nachgefragt wird die Qualifikation von Planungsbüros, Projektsteuerern und größeren Bauunternehmen, die Bauherren die Koordination mit anbieten. Knapp sind Personen, die Baupraxis und Arbeitsschutz gleichermaßen beherrschen — reine Arbeitsschutzkenntnisse ohne Baustellenerfahrung reichen für die Rolle nicht aus. In der Sanierung und im Bauen im Bestand ist der Bedarf besonders hoch, weil dort Gewerke enger verzahnt arbeiten.

Häufige Fragen

Wer muss den SiGeKo bestellen?

Der Bauherr. Die Baustellenverordnung adressiert ihn als Verantwortlichen, sobald Beschäftigte mehrerer Arbeitgeber auf der Baustelle tätig werden. Er kann die Aufgabe an einen Dritten übertragen, bleibt aber für die ordnungsgemäße Bestellung verantwortlich.

Kann der Bauleiter gleichzeitig SiGeKo sein?

Rechtlich ist es nicht generell ausgeschlossen, praktisch führt es zu einem Interessenkonflikt: Der Bauleiter verantwortet Termin und Kosten, der Koordinator die gewerkeübergreifende Sicherheit. Viele Bauherren trennen die Rollen deshalb bewusst. Entscheidend ist, dass der Koordinator die geforderten Kenntnisse tatsächlich besitzt und die Aufgabe wirksam wahrnehmen kann.

Welche Vorkenntnisse brauche ich für den Lehrgang?

Der Lehrgang allein genügt nicht. Verlangt werden zusätzlich baufachliche Kenntnisse und Berufserfahrung, wie sie aus Bauleitung, Bauingenieurwesen oder vergleichbarer Tätigkeit stammen. Wer diese Basis nicht mitbringt, erfüllt die Anforderungen der Verordnung auch mit Zertifikat nicht.

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