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Kranführerschein

Kurz gesagt

Der Kranführerschein weist die Ausbildung zum Führen von Kranen nach dem einschlägigen DGUV-Regelwerk nach und ist immer auf bestimmte Kranarten bezogen. Wie beim Stapler gilt: Ausbildung, körperliche und geistige Eignung sowie die schriftliche Beauftragung durch den Unternehmer müssen zusammenkommen. Wer einen Mobilkran im öffentlichen Verkehrsraum bewegt, braucht zusätzlich die passende Fahrerlaubnis für das Fahrzeug.

Worum es geht

Die Ausbildung behandelt Aufbau und Sicherheitseinrichtungen des jeweiligen Krans, Lastdiagramme und Tragfähigkeit, Standsicherheit und Abstützung, Anschlagmittel sowie Handzeichen und Verständigung, dazu einen praktischen Teil mit Prüfung. Unterschieden wird nach Kranart: Brücken- und Portalkrane in der Halle, Turmdrehkrane auf der Baustelle, Lkw-Ladekrane und Mobilkrane. Der Umgang mit Anschlagmitteln wird häufig als eigene Qualifikation für Anschläger geschult, weil ein erheblicher Teil der Unfälle nicht am Kran, sondern an der Last entsteht.

Wofür es im Alltag gebraucht wird

Aufwand

Die Ausbildung dauert als Spanne je nach Kranart etwa 2 bis 10 Tage, für Mobilkrane mit umfangreicherem Theorieteil eher am oberen Rand. Die Kosten liegen als Spanne je nach Kranart, Anbieter und Region etwa zwischen 300 und 1.800 Euro; Lehrgänge für Turmdreh- und Mobilkrane sind deutlich teurer als für Hallenkrane. Ergänzende Anschlägerschulungen bewegen sich als Spanne meist etwa zwischen 150 und 400 Euro.

Wirkung aufs Gehalt

Der Kranschein hebt selten das Grundgehalt, verändert aber die Rolle: Wer Hebevorgänge selbst verantwortet, wird auf Baustellen und in der Montage anders eingeplant und ist bei Auftragsspitzen nicht auf Dritte angewiesen. Im Baubereich sind zusätzlich Auslöse und Einsatzradius die eigentlichen Vergütungstreiber. Bei Mobilkranen kommt hinzu, dass die Kombination aus Fahrerlaubnis und Kranqualifikation eine eigene Berufsgruppe bildet.

Wie knapp ist das am Markt?

Kranführer für Turmdreh- und Mobilkrane sind knapp, weil Ausbildung, Fahrerlaubnis und Bereitschaft zu wechselnden Einsatzorten zusammenkommen müssen. In der Industrie ist der Hallenkranschein dagegen weit verbreitet und wird eher vorausgesetzt als honoriert. Wer beides kann und zusätzlich Erfahrung mit schweren oder sperrigen Lasten mitbringt, findet in Bau und Montage durchgehend Beschäftigung.

Häufige Fragen

Brauche ich für jeden Kran einen eigenen Schein?

Die Ausbildung und die Beauftragung beziehen sich auf Kranarten, nicht auf Krane allgemein. Ein Nachweis für Hallenkrane deckt keinen Turmdreh- oder Mobilkran ab, weil sich Standsicherheit, Aufbau und Gefährdungen grundlegend unterscheiden. Für weitere Kranarten ist eine ergänzende Ausbildung nötig.

Reicht der Kranschein für den Mobilkran im Straßenverkehr?

Nein. Für das Führen des Fahrzeugs auf öffentlichen Straßen ist die entsprechende Fahrerlaubnisklasse erforderlich, unabhängig von der Kranqualifikation. Beides zusammen ist der Grund, warum Mobilkranführer besonders schwer zu finden sind.

Was ist der Unterschied zwischen Kranführer und Anschläger?

Der Kranführer bedient das Hebezeug, der Anschläger befestigt die Last und beurteilt Schwerpunkt, Anschlagmittel und Neigungswinkel. In kleinen Teams macht dieselbe Person beides, dann sind auch beide Qualifikationen erforderlich. Ein großer Teil der schweren Unfälle geht auf fehlerhaftes Anschlagen zurück, nicht auf Bedienfehler am Kran.

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