Geprüfter Industriemeister Fachrichtung Metall
Kurz gesagt
Der Geprüfte Industriemeister Fachrichtung Metall (IHK) ist die Führungsqualifikation für die metallverarbeitende Fertigung und im Deutschen Qualifikationsrahmen auf Bachelor-Niveau eingeordnet. Er verbindet Fertigungs- und Werkstofftechnik mit Organisation, Kostenrechnung, Personalführung und der Ausbildereignung. In vielen Betrieben ist er die formale Voraussetzung, um eine Schicht oder einen Fertigungsbereich zu verantworten.
Worum es geht
Die Prüfung gliedert sich in fachrichtungsübergreifende Basisqualifikationen — unter anderem Rechtsbewusstes Handeln, Betriebswirtschaftliches Handeln, Zusammenarbeit im Betrieb sowie Naturwissenschaften und Technik — in handlungsspezifische Qualifikationen zu Technik, Organisation und Führung sowie in den berufs- und arbeitspädagogischen Teil. Zugelassen wird typischerweise, wer eine Ausbildung in einem Metallberuf und danach Berufspraxis nachweist; ohne einschlägige Ausbildung sind längere Praxiszeiten nötig. Der handlungsspezifische Teil wird über eine situationsbezogene Aufgabe und ein Fachgespräch geprüft.
Wofür es im Alltag gebraucht wird
- Eine Fertigungsschicht mit Personalplanung, Urlaubsvertretung und Krankheitsausfällen führen
- Rüst- und Stillstandszeiten analysieren und Maßnahmen mit der Instandhaltung abstimmen
- Fertigungsaufträge priorisieren, wenn Kapazität und Liefertermin kollidieren
- Unterweisungen und Gefährdungsbeurteilungen für die eigenen Arbeitsplätze umsetzen
- Ausschuss und Nacharbeit auf Prozessursachen zurückführen statt auf Personen
- Auszubildende im gewerblich-technischen Bereich anleiten und beurteilen
Aufwand
Berufsbegleitend dauert die Fortbildung als Spanne je nach Modell etwa 2 bis 3,5 Jahre, in Vollzeit etwa 9 bis 14 Monate. Die Lehrgangskosten liegen als Spanne je nach Träger und Bundesland etwa zwischen 5.000 und 9.000 Euro zuzüglich Prüfungsgebühren der IHK und Lernmitteln. Aufstiegs-BAföG ist für die Meisterfortbildung grundsätzlich vorgesehen; über Umfang und Voraussetzungen entscheidet die zuständige Stelle.
Wirkung aufs Gehalt
Der Meister verändert die Vergütungslogik, weil mit ihm Führungs- und Ergebnisverantwortung verbunden ist und in tarifgebundenen Betrieben eine andere Entgeltgruppe erreichbar wird. Gleichzeitig entfallen bei einem Wechsel aus der reinen Schichtarbeit oft Zuschläge, sodass der Bruttosprung größer aussieht als der Nettoeffekt. Ausschlaggebend ist die Größe des verantworteten Bereichs, nicht die Urkunde.
Wie knapp ist das am Markt?
Meister sind in der metallverarbeitenden Industrie durchgängig knapp, weil eine große Kohorte in den Ruhestand geht und weniger Facharbeiter die Fortbildung angehen. Besonders schwierig wird die Besetzung im Mehrschichtbetrieb und in Betrieben abseits der Ballungsräume. Wer Erfahrung mit Zerspanung, Umformung oder Schweißfertigung mitbringt und führen kann, hat die Auswahl.
Rollen, die das voraussetzen
Häufige Fragen
Muss ich die Ausbildereignung separat machen?
Nein, der berufs- und arbeitspädagogische Teil gehört zur Meisterprüfung. Wer die Ausbildereignung bereits abgelegt hat, kann sich diesen Teil unter den Bedingungen der zuständigen IHK anrechnen lassen. Das ist der übliche Weg für alle, die schon ausbilden.
Industriemeister oder Techniker?
Der Meister führt Menschen und Prozesse in der laufenden Fertigung, der Techniker arbeitet planend und konstruktiv in Arbeitsvorbereitung, Entwicklung oder Qualitätswesen. Wer die Schicht verantworten will, nimmt den Meister; wer vom Hallenboden an den Bildschirm will, den Techniker.
Wie gefragt sind Meister mit Schichtbereitschaft?
Sehr. Die Besetzungsdauer steigt deutlich, sobald Wechselschicht dazukommt, weil viele Kandidaten genau das vermeiden wollen. Wir besetzen solche Positionen im Kundenauftrag in Festanstellung und sehen, dass Betriebe bei echter Schichtbereitschaft spürbar beweglicher werden.
