SAP MM
Kurz gesagt
SAP MM ist das Modul für Einkauf und Materialwirtschaft: Bestellanforderung, Bestellung, Wareneingang, Rechnungsprüfung und Bestandsführung. Es hat die meisten Berührungspunkte im System, weil jede Warenbewegung zugleich einen Buchhaltungsbeleg erzeugt. Wer MM-Kenntnisse nennt, sollte sagen können, ob er operativ bestellt, disponiert oder Rechnungen geprüft hat.
Worum es geht
MM steht für Materials Management und deckt den Beschaffungsprozess vom Bedarf bis zur Rechnung ab. Kern sind der Materialstamm mit seinen Sichten, der Lieferantenstamm, Einkaufsinfosätze und Rahmenverträge sowie die Bestandsführung mit Bewertung. Die automatische Kontenfindung sorgt dafür, dass jede Warenbewegung wertmäßig in FI landet — deshalb wirken sich Fehler im Materialstamm unmittelbar auf den Abschluss aus.
Wofür es im Alltag gebraucht wird
- Bestellungen aus Bestellanforderungen erzeugen und Preise aus Einkaufsinfosätzen ziehen
- Wareneingänge buchen und Differenzen zwischen Lieferschein, Bestellung und Rechnung klären
- Rechnungsprüfung im Dreiwege-Abgleich zwischen Bestellung, Wareneingang und Beleg
- Rahmenverträge und Lieferpläne pflegen und die Abrufe daraus überwachen
- Materialstamm anlegen und pflegen, inklusive Dispomerkmalen, Losgrößen und Bewertungsklasse
- Bestände auswerten, Inventurdifferenzen buchen, Reichweiten und Ladenhüter identifizieren
Aufwand
Die operativen Abläufe — bestellen, Wareneingang buchen, Rechnung prüfen — sitzen bei jemandem mit Einkaufserfahrung nach zwei bis vier Wochen. Materialstammpflege und Dispositionsparameter dauern länger, weil eine falsch gesetzte Dispositionsart wochenlang unbemerkt falsche Bedarfe erzeugt. Wer aus einem Warenwirtschaftssystem kommt, muss sich vor allem an die strikte Trennung von Bewegungsart und Belegart gewöhnen.
Wirkung aufs Gehalt
Kein eigener Aufschlag. MM-Kenntnisse wirken als Filter: In Ausschreibungen für Einkauf und Disposition in größeren Industriebetrieben steht SAP fast immer als Anforderung, und ohne Nennung fällt die Bewerbung früh heraus. Vergütet werden Einkaufsvolumen und Verantwortung der Position, nicht das System.
Wie knapp ist das am Markt?
Operative MM-Anwender gibt es viele, denn jeder Industrieeinkauf mit SAP bildet sie aus. Knapp wird es bei Leuten, die zusätzlich Stammdatenqualität, Dispositionsparameter und die Schnittstelle zur Rechnungsprüfung überblicken. Genau diese Profile suchen Unternehmen, wenn Bestände zu hoch und die Lieferfähigkeit trotzdem zu niedrig ist.
Rollen, die das voraussetzen
Häufige Fragen
Ist SAP MM dasselbe wie SAP Ariba?
Nein. MM ist das operative Beschaffungsmodul im ERP-Kern, Ariba eine getrennte Plattform für Lieferantenanbindung, Ausschreibungen und Katalogbeschaffung. Viele Unternehmen setzen beides ein; die Bestellabwicklung landet am Ende trotzdem in MM.
Wie eng hängen MM und FI zusammen?
Sehr eng. Jeder Wareneingang und jede geprüfte Rechnung erzeugt über die Kontenfindung automatisch einen FI-Beleg. Wer im Einkauf sitzt, sollte deshalb lesen können, was seine Buchung wertmäßig auslöst — das Wareneingangs- und Rechnungseingangsverrechnungskonto ist die häufigste Fehlerquelle im Abschluss.
Reicht Erfahrung aus einem anderen ERP?
Für den Prozess ja, für die Bedienung nur bedingt. Bedarfsermittlung, Bestellung und Wareneingang gibt es überall; SAP-spezifisch sind Transaktionslogik, Bewegungsarten und die Organisation der Stammdaten in Sichten. Wir bewerten den Prozessblick daher höher als die Zahl der Jahre in einer bestimmten Maske.
Verwandte Qualifikationen
