Lexware
Kurz gesagt
Lexware ist eine Softwarelinie für kleine und mittlere Unternehmen mit Modulen für Buchhaltung, Lohn und Warenwirtschaft. Sie läuft typischerweise dort, wo ein bis drei Personen die komplette kaufmännische Abwicklung machen. Für Bewerber heißt das: Lexware-Erfahrung signalisiert Breite über alle kaufmännischen Themen, nicht Spezialisierung.
Worum es geht
Lexware gehört zur Haufe-Gruppe und wird als Programmpaket auf dem eigenen Rechner oder als Cloud-Variante genutzt — anders als bei DATEV liegen die Daten also meist im Unternehmen. Die Module sind gekoppelt, sodass ein Auftrag aus der Warenwirtschaft in die Buchhaltung durchschreibt. Charakteristisch ist die enge Kanzleianbindung über den Export im DATEV-Format, weil der Jahresabschluss fast immer extern erstellt wird.
Wofür es im Alltag gebraucht wird
- Laufende Buchhaltung eines kleinen Betriebs inklusive Kassenbuch und Bankabgleich
- Umsatzsteuer-Voranmeldung über die ELSTER-Schnittstelle direkt aus dem Programm senden
- Buchungsdaten im DATEV-Format an die Steuerkanzlei exportieren statt Belege zu übergeben
- Lohn- und Gehaltsabrechnung mit Meldungen an Krankenkassen und Finanzamt für kleine Belegschaften
- Angebote, Aufträge, Lieferscheine und Rechnungen in der Warenwirtschaft durchschreiben
- Offene Posten überwachen und ein einfaches Mahnwesen fahren
Aufwand
Lexware ist auf schnelle Bedienbarkeit ausgelegt: Wer Buchhaltung kann, ist in wenigen Tagen bis zwei Wochen produktiv. Länger dauert nur, die betriebsindividuellen Eigenheiten zu übernehmen — welche Konten wofür genutzt werden, wie der Kanzlei-Export terminiert ist, welche Auswertungen die Geschäftsführung erwartet. Umgekehrt ist der Sprung von Lexware auf SAP oder Dynamics der deutlich größere Schritt.
Wirkung aufs Gehalt
Kein Aufschlag, und ehrlicherweise eher ein Signal für kleinere Strukturen mit entsprechendem Gehaltsniveau. Wer aus dieser Ecke kommt, punktet dafür mit Allrounder-Qualitäten: Buchhaltung, Lohn, Fakturierung und Mahnwesen in einer Person. In Betrieben, die genau diese Breite suchen, ist das ein echtes Argument — bezahlt wird die Bandbreite, nicht die Software.
Wie knapp ist das am Markt?
Lexware ist unter kleineren Betrieben stark verbreitet, entsprechend viele Bewerber bringen es mit. Ein Engpass entsteht selten am Programm, sondern an der Kombination aus Lexware-Praxis und echter Abschlusssicherheit, weil in dieser Umgebung der Abschluss meist extern gemacht wird. Für Arbeitgeber ist das die entscheidende Frage im Vorstellungsgespräch.
Rollen, die das voraussetzen
Häufige Fragen
Kann Lexware Buchungsdaten an DATEV übergeben?
Ja, über den Export im DATEV-Format. Die Kanzlei importiert den Stapel und arbeitet damit weiter, der Betrieb bucht laufend selbst. Wichtig ist ein abgestimmter Kontenrahmen, sonst landen Buchungen in der Kanzlei auf Sammelkonten und müssen nachgearbeitet werden.
Reicht Lexware-Erfahrung für eine Industriebuchhaltung?
Fachlich häufig ja, wenn die Person Sachverhalte und nicht nur Klickwege beherrscht. Was fehlt, ist Erfahrung mit Kostenstellen, Konzernvorgaben und Freigabeprozessen. Wir prüfen deshalb im Gespräch die Buchungssachverhalte und nicht die Programmoberfläche.
Was unterscheidet Lexware von einer Warenwirtschaft wie Sage?
Lexware ist auf kleine Betriebe und einfache Prozesse zugeschnitten, Sage und vergleichbare Systeme skalieren weiter in Richtung Fertigung, Mehrlagerbetrieb und Konzernstruktur. Der Übergang ist der Punkt, an dem Unternehmen typischerweise wechseln — und an dem Buchhaltungsstellen neu zugeschnitten werden.
Verwandte Qualifikationen
