Sage
Kurz gesagt
Sage steht für eine Reihe kaufmännischer Programme, die vom Kleinbetrieb bis in den gehobenen Mittelstand reichen — von Sage 50 bis zu Sage 100 mit Warenwirtschaft und Produktion. In Stellenanzeigen ist Sage deshalb ein unscharfer Begriff; entscheidend sind Produktlinie und Modul. Die Personalprodukte für die Lohnabrechnung sind ein eigenes Feld mit eigener Einarbeitung.
Worum es geht
Sage ist ein britischer Anbieter mit an das deutsche Recht angepassten Produktlinien. Sage 50 bedient kleine Unternehmen, Sage 100 den Mittelstand mit modularem Aufbau aus Rechnungswesen, Warenwirtschaft und Produktion — diese Linie hieß früher Office Line, was in älteren Lebensläufen noch auftaucht. Kennzeichnend ist die Einbindung von Fachhandelspartnern, die die Systeme anpassen; deshalb sieht Sage in zwei Unternehmen selten gleich aus.
Wofür es im Alltag gebraucht wird
- Finanzbuchhaltung mit Kostenstellen und Kostenträgern in einem integrierten Rechnungswesen
- Warenwirtschaftliche Belegkette vom Angebot bis zur Rechnung mit Anbindung an die Fibu
- Offene-Posten-Verwaltung, Mahnläufe und Zahlungsverkehr über SEPA-Dateien
- Lohn- und Gehaltsabrechnung mit den gesetzlichen Meldeverfahren in den Sage-Personalprodukten
- Auswertungen und Bilanzstrukturen für die interne Steuerung aufbauen
- Daten für Steuerberater und Betriebsprüfung über die gängigen Exportformate bereitstellen
Aufwand
Für erfahrene Buchhalter zwei bis vier Wochen bis zur Produktivität. Die eigentliche Hürde ist nicht das Programm, sondern die betriebsindividuelle Anpassung durch den Fachhandelspartner: eigene Belegarten, angepasste Masken und Auswertungen, die es so nur in diesem Unternehmen gibt. Eine dokumentierte Übergabe ist hier deshalb wichtiger als bei Standardprodukten von der Stange.
Wirkung aufs Gehalt
Kein eigener Aufschlag. Sage-Kenntnisse sind ein Passungsmerkmal für mittelständische Arbeitgeber und kein Vergütungsargument. Wer aus einer Sage-100-Umgebung mit Warenwirtschaft und Produktion kommt, bringt allerdings Prozessverständnis mit, das im Bewerbungsgespräch mehr wiegt als der Produktname.
Wie knapp ist das am Markt?
Sage-Anwender sind am Markt vorhanden, aber seltener als DATEV- oder Lexware-Anwender. Da viele Installationen stark angepasst sind, überträgt sich Erfahrung zwischen zwei Sage-Häusern weniger gut, als der gleiche Produktname vermuten lässt. Arbeitgeber sollten deshalb auf Buchhaltungstiefe prüfen und die Systemeinarbeitung fest einplanen.
Rollen, die das voraussetzen
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Sage 50 und Sage 100?
Sage 50 zielt auf kleine Unternehmen mit überschaubaren Prozessen, Sage 100 auf den Mittelstand mit Modulen für Warenwirtschaft, Produktion und erweitertes Rechnungswesen. Wer nur Sage 50 kennt, arbeitet sich in Sage 100 ein, sollte aber nicht behaupten, beides zu beherrschen.
Ersetzt Sage die Steuerkanzlei?
Nein. Die laufende Buchhaltung entsteht im Unternehmen, der Jahresabschluss wird in der Regel weiterhin von der Kanzlei erstellt oder geprüft. Die Datenübergabe läuft über Exportformate, die vorher abgestimmt sein sollten.
Ist Office Line dasselbe wie Sage 100?
Office Line ist der frühere Name der Produktlinie, die heute Sage 100 heißt. Wenn ein Lebenslauf Office Line nennt, ist das keine veraltete Qualifikation, sondern ein Hinweis auf längere Erfahrung mit derselben Linie.
Verwandte Qualifikationen
