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SAP-Zertifizierung

Kurz gesagt

SAP-Zertifikate bescheinigen Kenntnisse in einem bestimmten Modul und Release, etwa Finanzwesen, Controlling, Materialwirtschaft, Vertrieb oder Personalwirtschaft. Sie werden direkt beim Hersteller abgelegt und sind an Produktstände gebunden — mit dem Umstieg auf S/4HANA haben ältere Zertifikate deutlich an Aussagekraft verloren. Für Anwender zählt in Auswahlverfahren fast immer die belegbare Systempraxis mehr als die Urkunde.

Worum es geht

Zu unterscheiden sind zwei Welten: Anwenderkenntnisse in einem Modul, wie sie ein Buchhalter oder Disponent im Tagesgeschäft braucht, und Beraterzertifikate, die auf Customizing, Prozessdesign und Implementierung zielen. Die Prüfungen finden beim Hersteller oder bei autorisierten Stellen statt und sind auf ein Release bezogen; aktuelle Zertifizierungen sind zudem an regelmäßige Aktualisierungsnachweise geknüpft, damit sie mit den Produktzyklen Schritt halten. Ein Zertifikat ersetzt in keinem Fall den Nachweis, in einem echten Mandanten mit echten Stammdaten gearbeitet zu haben.

Wofür es im Alltag gebraucht wird

Aufwand

Vorbereitungskurse dauern als Spanne je nach Modul und Tiefe etwa 5 bis 20 Tage, verteilt über Wochen oder als Blockschulung. Die Kosten liegen als Spanne stark auseinander: reine Prüfungsgebühren bewegen sich im niedrigen dreistelligen bis niedrigen vierstelligen Bereich, vollständige Schulungspfade mit Beraterzertifizierung erreichen als Spanne einen mittleren bis hohen vierstelligen Bereich. Wer den Weg über eine Lernplattform des Herstellers geht, zahlt eine Abonnementgebühr statt Einzelkurse — welche Variante günstiger ist, hängt vom Umfang ab.

Wirkung aufs Gehalt

Bei Anwendern wirkt Systempraxis, nicht das Zertifikat: Wer in einem produktiven System monatliche Abschlüsse gefahren oder Bestellprozesse verantwortet hat, wird eingeladen, unabhängig von der Urkunde. Bei Beratern ist die Lage anders, weil Zertifizierungen dort Teil der Partnerqualifikation von Beratungshäusern sind und den Zugang zu Projekten beeinflussen. Der Mechanismus ist also je nach Zielrolle ein völlig anderer.

Wie knapp ist das am Markt?

Die Migration auf S/4HANA hält die Nachfrage nach Anwendern mit Prozessverständnis und nach Key Usern hoch, weil in Projekten beide Seiten gebraucht werden: Fachwissen und Systemkenntnis. Knapp sind Kandidaten aus dem Rechnungswesen, die nicht nur Transaktionen bedienen, sondern erklären können, warum eine Buchung so und nicht anders läuft. Reine Klickkenntnis ohne fachlichen Hintergrund ist dagegen gut ersetzbar.

Häufige Fragen

Lohnt sich eine SAP-Zertifizierung ohne Systemzugang?

Nur eingeschränkt. Ohne Übungssystem bleibt das Wissen theoretisch, und genau darauf zielen Auswahlgespräche nicht ab. Sinnvoll ist die Zertifizierung vor allem begleitend zur Arbeit im System oder im Rahmen eines Einführungsprojekts, in dem der Zugang ohnehin besteht.

Sind ältere Modulzertifikate noch etwas wert?

Sie belegen den historischen Kenntnisstand, aber Prozesse und Oberflächen haben sich mit S/4HANA spürbar verändert. Arbeitgeber fragen deshalb nach dem zuletzt genutzten Release und nach konkreten Prozessen. Wer aktuell im System arbeitet, kann eine ältere Zertifizierung problemlos erklären.

Anwender oder Berater — was ist der bessere Weg?

Das sind unterschiedliche Berufsbilder. Anwender bleiben im Fachbereich und vertiefen ihr Prozesswissen, Berater wechseln in Projektarbeit mit Reisetätigkeit und Customizing-Schwerpunkt. Der Übergang gelingt am ehesten über die Key-User-Rolle in einem Einführungsprojekt; wir besetzen beide Richtungen im Kundenauftrag in Festanstellung.

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