Staatlich geprüfter Techniker Elektrotechnik
Kurz gesagt
Der Staatlich geprüfte Techniker der Fachrichtung Elektrotechnik ist ein Fachschulabschluss auf Bachelor-Niveau des Deutschen Qualifikationsrahmens und deckt je nach Schwerpunkt Automatisierungs-, Energie- oder Gebäudetechnik ab. Er qualifiziert für Projektierung, Steuerungsentwicklung, Inbetriebnahme und technische Betreuung von Anlagen. In Ausschreibungen steht er regelmäßig gleichrangig neben dem Elektroingenieur.
Worum es geht
Die Fachschule vermittelt Elektrotechnik und Elektronik, Mess- und Regelungstechnik, Antriebs- und Energietechnik, Steuerungstechnik einschließlich speicherprogrammierbarer Steuerungen sowie Projektmanagement und Betriebswirtschaft, abgeschlossen mit staatlicher Prüfung und Technikerarbeit. Zugang setzt eine einschlägige Ausbildung und Berufspraxis voraus, wobei die Fachschulverordnung des Bundeslandes den Rahmen vorgibt. Die Schwerpunktwahl entscheidet stark darüber, welche Stellen später realistisch offen stehen.
Wofür es im Alltag gebraucht wird
- Steuerungen für Maschinen und Anlagen projektieren und in Betrieb nehmen
- Schaltpläne und Stromlaufpläne erstellen und mit dem Schaltschrankbau abstimmen
- Antriebe auslegen und Parametrierungen für den Prozess festlegen
- Elektroplanung für Gebäude oder Produktionsanlagen inklusive Normbezug erarbeiten
- Störungen an Automatisierungssystemen strukturiert eingrenzen und dauerhaft abstellen
- Umbauten und Erweiterungen bestehender Anlagen technisch verantworten
Aufwand
Vollzeit dauert die Fachschule in der Regel zwei Jahre, berufsbegleitend als Spanne etwa 3 bis 4 Jahre. An staatlichen Fachschulen entstehen überwiegend Prüfungs- und Lernmittelkosten, private Träger verlangen als Spanne etwa zwischen 4.000 und 12.000 Euro über die gesamte Ausbildung. Für die Technikerausbildung kommt Aufstiegs-BAföG grundsätzlich in Betracht; die Bewilligung richtet sich nach dem Einzelfall.
Wirkung aufs Gehalt
Der Abschluss wirkt über den Zugang zu Projektierungs- und Inbetriebnahmestellen, die Facharbeitern in der Regel nicht offen stehen. Wer zusätzlich Reisebereitschaft mitbringt, bewegt sich in einem Segment, in dem Betriebe deutlich beweglicher verhandeln, weil Inbetriebnehmer besonders schwer zu finden sind. Ohne Aufgabenwechsel bleibt der Effekt begrenzt.
Wie knapp ist das am Markt?
Elektrotechniker sind branchenübergreifend knapp, weil Maschinenbau, Energieversorgung, Gebäudetechnik und Anlagenbau gleichzeitig suchen. Der stärkste Engpass liegt bei Automatisierung und Inbetriebnahme, wo Steuerungskenntnisse und Reisebereitschaft zusammenkommen müssen. Regional verschärft sich das überall dort, wo große Anlagenbauer den lokalen Markt leer ziehen.
Rollen, die das voraussetzen
Häufige Fragen
Welcher Schwerpunkt lohnt sich?
Automatisierungstechnik öffnet die meisten Türen in Industrie und Maschinenbau, Energietechnik ist im Netz- und Anlagenumfeld gefragt, Gebäudetechnik in Planung und Facility-Umfeld. Ein Wechsel zwischen den Feldern ist später möglich, kostet aber Einarbeitung. Die Wahl sollte sich an der Branche orientieren, in der man arbeiten will.
Ersetzt der Techniker den Elektroingenieur?
In vielen mittelständischen Stellen faktisch ja, formal nicht immer. Für Aufgaben, die eine ingenieurmäßige Verantwortung oder eine akademische Zulassungsvoraussetzung erfordern, bleibt das Studium notwendig. In Projektierung, Inbetriebnahme und Instandhaltungsplanung ist der Techniker eine gleichwertige Besetzung.
Wie relevant ist die Elektrofachkraft-Eigenschaft?
Sehr relevant, weil viele Tätigkeiten an elektrischen Anlagen daran hängen. Der Fachschulabschluss ist eine fachliche Grundlage, die betriebliche Zuordnung als Elektrofachkraft und eine etwaige Bestellung nimmt aber der Unternehmer vor. Für Arbeiten unter Spannung gelten zusätzliche Anforderungen und Unterweisungen.
