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Was verdienen Steuerfachangestellte 2026?

Kurz gesagt

Steuerfachangestellte verdienen mit vier bis acht Jahren Berufserfahrung 42.000 bis 54.000 € Jahresbrutto (Basis Metropolregion Nürnberg). Direkt nach der Ausbildung liegt der Einstieg bei 32.000 bis 40.000 €, als geprüfter Steuerfachwirt sind 50.000 bis 65.000 € realistisch. Der auffälligste Effekt am Markt: Ein Wechsel aus der Kanzlei in die Industriebuchhaltung bringt meist 4.000 bis 8.000 € mehr — bei planbareren Arbeitszeiten.

Gehaltsspanne nach Erfahrung und Qualifikation

Der Beruf hat eine klar definierte Ausbildung und darauf aufbauend zwei etablierte Fortbildungsstufen. Anders als in vielen kaufmännischen Berufen ist der Karrierepfad damit ungewöhnlich transparent — und jede Stufe hat eine erkennbare Gehaltswirkung.

StufeJahresbrutto
Ausbildungsabschluss, Berufseinstieg32.000 – 40.000 €
Steuerfachangestellte, 2–4 Jahre38.000 – 47.000 €
Steuerfachangestellte, 4–8 Jahre42.000 – 54.000 €
Fachassistent Lohn und Gehalt / Rechnungswesen46.000 – 58.000 €
Geprüfter Steuerfachwirt50.000 – 65.000 €
Steuerberater (nach bestandenem Examen)70.000 – 95.000 €

Kanzlei oder Unternehmen — der wichtigste Weichenstellung

In der Kanzlei betreuen Sie viele Mandanten, sehen extrem viele Sachverhalte und bauen schnell fachliche Tiefe auf. Der Preis sind Saisonspitzen und ein Vergütungsniveau, das in vielen Häusern hinter der Industrie zurückbleibt. Im Unternehmen ist der fachliche Ausschnitt schmaler, dafür sind Arbeitszeit und Gehalt planbarer. Beide Wege sind legitim — nur sollte die Entscheidung bewusst fallen und nicht aus Trägheit.

UmfeldNiveau (erfahren)Charakteristik
Kleine Kanzlei bis 10 Mitarbeitende40.000 – 50.000 €Breite Mandate, wenig Struktur
Mittlere Kanzlei 10–5043.000 – 55.000 €Teilspezialisierung möglich
Große / überörtliche Kanzlei46.000 – 60.000 €Klare Karrierestufen
Industrie- oder Handelsunternehmen46.000 – 60.000 €Planbare Zeiten, kein Mandantendruck

Regionale Unterschiede

RegionAbweichungErfahren (4–8 J.)
München, Frankfurt+10–15 %46.000 – 62.000 €
Stuttgart, Hamburg+6–10 %45.000 – 59.000 €
Nürnberg, Köln, LeipzigBasis42.000 – 54.000 €
Mittelstädte−3–6 %40.000 – 52.000 €
Ländlicher Raum−6–10 %38.000 – 50.000 €

Was das Gehalt in der Kanzlei wirklich bewegt

  • Eigenständige Erstellung von Jahresabschlüssen statt reiner Finanzbuchhaltung
  • Betreuung eines eigenen Mandantenstamms inklusive Mandantengesprächen
  • Lohnabrechnung als zusätzliche Kompetenz — in vielen Kanzleien der Engpass
  • Digitalisierungsgrad der Kanzlei: Häuser mit durchgängigem DATEV-Belegwesen zahlen besser, weil sie produktiver sind
  • Bereitschaft, in der Erklärungssaison Mehrarbeit zu leisten — sollte vergütet oder ausgeglichen werden

Der Steuerfachwirt als wirtschaftlich stärkster Schritt

Die Fortbildung zum geprüften Steuerfachwirt setzt in der Regel eine abgeschlossene Ausbildung plus mehrjährige Praxis voraus und dauert berufsbegleitend etwa zwei Jahre. Der Gehaltseffekt liegt typischerweise bei 8.000 bis 12.000 € im Jahr — und sie ist zugleich die Eintrittskarte für das Steuerberaterexamen ohne Studium. Wer langfristig in der Kanzlei bleiben will, hat kaum eine bessere Investition zur Wahl.

Übergang in die Industrie: worauf zu achten ist

  • Rechnen Sie beim Wechsel mit 4.000 bis 8.000 € mehr, nicht mit weniger
  • Im Lebenslauf nicht die Zahl der Mandate betonen, sondern die Komplexität: Auslandssachverhalte, Umsatzsteuer-Sonderfälle, Anlagenbuchhaltung, Abschlussanteile
  • Fragen Sie nach Überstundenregelung — in der Industrie ist Mehrarbeit meist ausgleichspflichtig
  • DATEV-Kenntnisse sind auch im Mittelstand wertvoll, viele Unternehmen arbeiten damit
  • Der Verlust der Mandantenvielfalt ist real — planen Sie Fortbildung aktiv ein

Häufige Fragen

Was verdient man während der Ausbildung?

Die Ausbildungsvergütung in Steuerkanzleien liegt je nach Region und Kanzleigröße meist zwischen 950 und 1.300 € im ersten und 1.200 bis 1.600 € im dritten Ausbildungsjahr. Größere und überörtliche Kanzleien zahlen tendenziell am oberen Rand, kleine Landkanzleien darunter.

Lohnt sich der Wechsel von der Kanzlei ins Unternehmen?

Finanziell in den meisten Fällen ja — 4.000 bis 8.000 € mehr sind der übliche Korridor, dazu planbarere Arbeitszeiten. Fachlich ist es ein Tausch: Sie geben Mandantenvielfalt gegen Tiefe in einem Unternehmen. Wer das Steuerberaterexamen anstrebt, sollte in der Kanzlei bleiben, weil dort die anrechenbare Praxiszeit entsteht.

Wie stark ist der Fachkräftemangel in diesem Beruf?

Er ist ausgeprägt. Kanzleien konkurrieren um denselben kleinen Kreis, und die Industrie zieht zusätzlich ab. Für Bewerber bedeutet das eine gute Verhandlungsposition — insbesondere, wenn Sie Lohnabrechnung mitbringen oder Abschlüsse eigenständig erstellen.

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