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Was verdient ein Polier 2026?

Kurz gesagt

Ein Polier verdient 52.000 bis 66.000 € Jahresbrutto (Basis Metropolregion Nürnberg) — ohne Überstunden und Auslöse gerechnet. Werkpoliere liegen bei 46.000 bis 58.000 €, geprüfte Poliere mit großer Kolonne im Schlüsselfertig- oder Ingenieurbau erreichen 66.000 bis 78.000 €. Wichtig beim Vergleich: Bei Polieren machen Überstunden und steuerfreie Auslöse regelmäßig 6.000 bis 15.000 € im Jahr aus, die in Gehaltsangaben oft schon enthalten sind — fragen Sie immer nach dem reinen Grundgehalt.

Gehaltsspanne nach Qualifikation

Qualifikation / RolleGrundgehalt p. a.
Vorarbeiter mit Führungsanteil42.000 – 52.000 €
Werkpolier46.000 – 58.000 €
Geprüfter Polier (4–8 J.)52.000 – 66.000 €
Geprüfter Polier, große Kolonne / SF-Bau62.000 – 76.000 €
Oberpolier66.000 – 82.000 €

Tarif im Bauhauptgewerbe — und warum übertariflich normal ist

Das Bauhauptgewerbe ist über den Bundesrahmentarifvertrag Bau und die zugehörigen Lohntarifverträge geregelt, mit eigenen Lohngruppen für Werkpolier und geprüften Polier sowie unterschiedlichen Tarifgebieten West und Ost. In der Praxis zahlen die meisten mittelständischen Bauunternehmen bei Polieren übertariflich, weil der Markt eng ist. Der Tarif ist damit vor allem die Untergrenze und die Bezugsgröße für Zuschläge, nicht die tatsächliche Bezahlung.

  • Tariflohn ist die Untergrenze, nicht der Marktwert — übertarifliche Zulagen sind verbreitet
  • Zusätzlich fallen Beiträge und Leistungen der SOKA-Bau an (unter anderem Urlaubskasse)
  • 13. Monatseinkommen ist im Bauhauptgewerbe tariflich vorgesehen
  • Winterbeschäftigungsumlage und Saison-Kurzarbeitergeld federn die Wintermonate ab
  • Zuschläge für Überstunden, Nacht- und Wochenendarbeit sind tariflich geregelt

Was am Ende wirklich auf dem Konto landet

Bei kaum einem anderen Bauberuf klaffen genanntes Gehalt und tatsächliche Jahressumme so weit auseinander. Ein Polier mit 58.000 € Grundgehalt, 250 vergüteten Überstunden und regelmäßiger Auswärtstätigkeit kommt real auf 70.000 € und mehr — davon ein Teil steuerfrei. Genau deshalb sind Vergleiche zwischen zwei Angeboten schwierig, wenn man nur die Jahreszahl kennt.

BestandteilGrößenordnung p. a.Steuerlich
Grundgehalt geprüfter Polier52.000 – 66.000 €voll steuerpflichtig
Überstunden (150–300 h)4.000 – 11.000 €steuerpflichtig, Zuschläge teils begünstigt
Verpflegungspauschale bei Auswärtstätigkeit1.500 – 5.000 €steuerfrei im Rahmen der Pauschalen
13. Monatseinkommen (tariflich)ca. 8 % des Jahreslohnssteuerpflichtig
Leistungsprämie / Bauvorhabenprämie0 – 5.000 €steuerpflichtig

Sparte und Region

SparteGrundgehalt erfahren
Schlüsselfertigbau58.000 – 72.000 €
Rohbau / Hochbau52.000 – 66.000 €
Ingenieur- und Brückenbau56.000 – 70.000 €
Tiefbau, Kanal, Straße50.000 – 64.000 €

Regional gelten dieselben Verschiebungen wie in der Bauleitung: München und Frankfurt liegen 10 bis 15 Prozent über dem Nürnberger Niveau, Stuttgart und Hamburg 6 bis 10 Prozent, der ländliche Raum 6 bis 10 Prozent darunter. Bei Polieren ist der regionale Effekt aber schwächer als bei Bauleitern, weil die Tarifbindung ausgleichend wirkt.

Der Weg zum Bauleiter

Der Aufstieg vom Polier zum Bauleiter ist über die Weiterbildung zum geprüften Bautechniker oder ein berufsbegleitendes Bauingenieurstudium möglich und in mittelständischen Bauunternehmen gern gesehen. Der Gehaltssprung ist auf den ersten Blick kleiner als erwartet: Ein Jungbauleiter startet bei 48.000 bis 60.000 € Grundgehalt — ein erfahrener Polier mit Überstunden kann darüber liegen. Der Vorteil entsteht mittelfristig, weil die Bauleiterkurve deutlich weiter nach oben reicht und die körperliche Belastung sinkt.

  • Geprüfter Bautechniker — der gängigste Weg, berufsbegleitend zwei bis vier Jahre
  • Kurzfristig kann das Nettoeinkommen sinken, weil Auslöse und Überstunden wegfallen
  • Mittelfristig liegt der Bauleiterpfad klar höher und ist körperlich weniger fordernd
  • Wer bleiben will: Oberpolier ist eine eigene, gut bezahlte Endstufe

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Werkpolier und geprüftem Polier?

Der Werkpolier hat einen betriebsinternen beziehungsweise verkürzten Lehrgangsabschluss, der geprüfte Polier eine Fortbildungsprüfung vor der Industrie- oder Handwerkskammer. Tariflich sind das unterschiedliche Lohngruppen; der Unterschied liegt in der Praxis bei etwa 5.000 bis 8.000 € im Jahr. Die geprüfte Variante ist zudem Voraussetzung für die meisten Oberpolier-Stellen.

Wie viel Auslöse bekommt ein Polier?

Das hängt von der Auswärtstätigkeit ab. Steuerfrei sind aktuell 14 € pro Tag bei mehr als acht Stunden Abwesenheit und 28 € bei ganztägiger Abwesenheit mit Übernachtung, dazu die Übernachtungskosten. Tariflich und betrieblich können höhere Beträge vereinbart sein — der Anteil über der Pauschale ist dann steuerpflichtig.

Verdient ein Polier mehr als ein Meister im Handwerk?

In der Regel ja, wenn Überstunden und Auslöse mitgerechnet werden. Ein Handwerksmeister im Ausbau liegt häufig bei 48.000 bis 62.000 €, ein geprüfter Polier im Rohbau bei 52.000 bis 66.000 € Grundgehalt plus Zuschläge. Der Unterschied kommt weniger aus der Qualifikation als aus der Größe der Bauvorhaben und der Tarifbindung im Bauhauptgewerbe.

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