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Was verdient ein Elektroplaner 2026?

Kurz gesagt

Ein Elektroplaner verdient mit vier bis acht Jahren Berufserfahrung 55.000 bis 70.000 € Jahresbrutto (Basis Metropolregion Nürnberg, Vollzeit). Der Einstieg nach Technikerschule oder Studium liegt bei 42.000 bis 50.000 €, wer eigenverantwortlich die Leistungsphasen 1 bis 8 nach HOAI führt und die Objektüberwachung mitverantwortet, erreicht 66.000 bis 80.000 €. Den größten Unterschied macht nicht die Zahl der Berufsjahre, sondern die Breite der verantworteten Leistungsphasen: Wer nur ausführungsnah zeichnet, bleibt am unteren Rand, wer Vorplanung, Ausschreibung und Vergabe eigenständig verantwortet, am oberen.

Gehaltsspanne nach Erfahrung

Die Elektroplanung ist ein Beruf, in dem der Gehaltssprung nicht über Dienstjahre kommt, sondern über den Moment, in dem jemand ein Projekt allein durch die Leistungsphasen trägt. Bis dahin bewegt sich das Gehalt in einem engen Korridor, danach öffnet es sich deutlich. Die folgenden Werte gelten für Vollzeit im Raum Nürnberg als Jahresbrutto ohne Bonus.

Erfahrung / RolleJahresbrutto
Einstieg nach Techniker oder Studium (0–2 J.)42.000 – 50.000 €
Eigenständige Planung im Team (2–4 J.)48.000 – 58.000 €
Erfahren, führt Projekte allein (4–8 J.)55.000 – 70.000 €
Leistungsphasen 1–8 inkl. Objektüberwachung66.000 – 80.000 €
Teamleitung Elektroplanung72.000 – 90.000 €

Warum die Leistungsphasen den Ausschlag geben

Die HOAI teilt jedes Projekt in neun Leistungsphasen, und wer welche davon übernimmt, entscheidet über den Marktwert. Ein Planer, der ausschließlich Ausführungsplanung nach fremder Vorgabe zeichnet, ist ersetzbarer als einer, der beim Bauherrn im Termin sitzt, die Anlagenkonzeption verantwortet und ein Leistungsverzeichnis so schreibt, dass es Nachträge vermeidet. Genau dort liegt der wirtschaftliche Wert für das Büro, und genau dort wird er auch bezahlt. Wer beim Wechsel verhandelt, sollte deshalb nicht über Berufsjahre sprechen, sondern über die Leistungsphasen, die er nachweislich allein geführt hat.

  • Eigenverantwortung für die Leistungsphasen 1 bis 3 mit Anlagenkonzeption und Kostenschätzung
  • Ausschreibung und Vergabe, also Leistungsverzeichnis, Preisspiegel und Vergabeempfehlung
  • Objektüberwachung auf der Baustelle statt reiner Bürotätigkeit
  • Sicherheit in Sicherheitsbeleuchtung, Brandmeldetechnik und Blitzschutz nach DIN EN 62305
  • Nachweisfähige Normenfestigkeit in DIN 18015 und VDE 0100 inklusive Selektivitätsnachweis

Regionale Unterschiede

RegionAbweichungErfahren (4–8 J.)
München, Frankfurt+10–15 %61.000 – 80.000 €
Stuttgart, Hamburg+6–10 %58.000 – 77.000 €
Nürnberg, Köln, LeipzigBasis55.000 – 70.000 €
Mittelstädte−3–6 %52.000 – 67.000 €
Ländlicher Raum−6–10 %50.000 – 65.000 €

Büroart und Umfeld

UmfeldTypisches Niveau (erfahren)Besonderheit
Kleines Ingenieurbüro52.000 – 65.000 €Breite Leistungsphasen, wenig Spezialisierung
Großes Generalplanungsbüro56.000 – 72.000 €Klar geschnittene Rollen, planbarer Aufstieg
Elektro-Fachbetrieb mit eigener Planung55.000 – 70.000 €Näher an der Ausführung, kurze Wege
Industrie mit eigener Bauabteilung58.000 – 74.000 €Häufig Tarifbindung, geregelte Arbeitszeit

Bausteine neben dem Grundgehalt

  • Projektbezogene Erfolgsbeteiligung in Planungsbüros: meist 2.000 bis 6.000 € im Jahr
  • Dienstwagen ab Objektüberwachung mit regelmäßigen Baustellenterminen, oft auch privat nutzbar
  • Übernahme der Fortbildungskosten für Sachkundenachweise, etwa Brandmeldetechnik oder Blitzschutz
  • Tarifbindung im Industrieumfeld mit Urlaubs- und Weihnachtsgeld statt frei verhandelter Zulagen
  • Fahrtkostenpauschalen bei überregionalen Projekten

Der schnellste Weg nach oben

Der wirksamste Schritt ist, die Verantwortung von der Ausführungsplanung auf die frühen Leistungsphasen auszuweiten — sie sind es, die ein Büro extern abrechnet und intern schlecht besetzt bekommt. Der zweite Hebel ist ein Sachkundenachweis in einem Gewerk, das ohne ihn nicht abgenommen wird, allen voran Sicherheitsbeleuchtung und Brandmeldetechnik. Wer beides mitbringt, verhandelt nicht mehr über sein Gehalt, sondern über die Projekte, die er führen will. Wir vermitteln Elektroplaner in Festanstellung bei unseren Kundenunternehmen und sehen dabei regelmäßig, dass die Bandbreite zweier Angebote für dieselbe Person fast ausschließlich über diesen Zuschnitt entsteht.

Häufige Fragen

Verdient ein Elektroplaner mit Studium mehr als mit Technikerabschluss?

Beim Einstieg ja, üblich sind 3.000 bis 6.000 € Unterschied. Nach vier bis fünf Jahren verschwindet der Abstand weitgehend, weil dann die geführten Projekte zählen und nicht der Abschluss. Techniker mit starker Baustellenerfahrung liegen in der Objektüberwachung häufig sogar vor Absolventen ohne diese Praxis.

Wie stark wirkt sich die Größe des Planungsbüros aus?

Weniger als oft angenommen. Große Büros zahlen etwas planbarer und haben klarere Stufen, kleine Büros zahlen einzelne starke Planer bewusst darüber, weil sie sie schlechter ersetzen können. Der spürbarere Unterschied liegt in der Arbeitsweise: breite Verantwortung im kleinen Büro gegen tiefe Spezialisierung im großen.

Lohnt sich der Wechsel von der Elektroplanung in die TGA-Gesamtplanung?

Finanziell meist ja, weil gewerkeübergreifende Koordination höher vergütet wird als ein einzelnes Gewerk. Der Preis ist ein Verlust an fachlicher Tiefe im Elektrobereich. Wer den Schritt geht, sollte darauf achten, mindestens ein Gewerk weiterhin selbst zu planen, sonst wird der Weg zurück schwer.

Wie verhandelt man ein Angebot als Elektroplaner am besten?

Über den Zuschnitt statt über die Zahl. Wer konkret benennt, welche Leistungsphasen er allein übernimmt und welche Sachkundenachweise er einbringt, verhandelt über den Beitrag zum Honorarumsatz des Büros — das ist eine Basis, die ein Arbeitgeber nachrechnen kann. Ein reines Wunschgehalt ohne diese Herleitung landet fast immer in der Mitte der Spanne.

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