Personalvermittlung Automotive & Zulieferindustrie
Die Automobilindustrie ist in Deutschland vor allem eine Zulieferindustrie: Der weit überwiegende Teil der Wertschöpfung entsteht in Betrieben der zweiten und dritten Reihe, die nach den Vorgaben ihres Kunden fertigen. Produziert wird in Serie gegen abgerufene Stückzahlen, mit festen Anlaufterminen und Qualitätsvorgaben, die vertraglich durchgereicht werden. Der Umbau der Antriebstechnik verschiebt gerade, welche Fertigungsverfahren gebraucht werden — und damit auch, welche Qualifikationen ein Betrieb morgen sucht.
Was das Recruiting hier anders macht
IATF 16949 ist kein Nice-to-have, sondern der Rahmen, in dem der Betrieb existiert — ein Qualitätsmanager ohne gelebte Erfahrung mit Kundenaudits, Erstbemusterung und 8D-Systematik ist hier nicht einsetzbar, egal wie stark sein QM-Hintergrund aus anderen Branchen ist. Der Einstellungsbedarf folgt dem Anlauftermin des Kundenprojekts: Vor dem Serienstart wird in Wellen eingestellt, danach friert der Bereich ein, und ein Kandidat, der zwei Monate zu spät verfügbar ist, wird gar nicht mehr gebraucht. Serienfertigung heißt Drei-Schicht, oft in Konti-Modellen mit Wochenendbelegung — das ist der Grund, warum viele fachlich passende Bewerber absagen, und der Punkt, den wir vor der Vorstellung klären. Weil die Häuser überwiegend tarifgebunden sind, verhandelt man nicht ein Wunschgehalt, sondern eine Entgeltgruppe und die Anerkennung von Vorerfahrung für die Stufenzuordnung.
Die Engpassprofile
- Qualitätsmanager mit IATF-16949-Erfahrung, Kundenaudits und belastbarer 8D-Praxis
- Werkzeugmechaniker Stanz- und Umformtechnik für Instandhaltung im laufenden Serienbetrieb
- Instandhalter und Mechatroniker für vollautomatisierte Linien im Konti-Schichtbetrieb
- Prozess- und Fertigungsplaner mit APQP- und PPAP-Erfahrung für Serienanläufe
- Disponenten, die Abrufe und Sicherheitsbestände gegen schwankende Kundenprogramme steuern
Gehaltstendenz
Automotive liegt bei vergleichbarer Aufgabe über dem Basisniveau der Metropolregion Nürnberg — aber nicht wegen höherer Grundgehälter allein. Der Unterschied entsteht durch das Gesamtpaket der Tarifbindung: Zum Entgelt der Gruppe kommen Schicht-, Nacht- und Wochenendzuschläge sowie tarifliche Sonderzahlungen, die ein tariffreier Betrieb schlicht nicht kennt. Für Kandidaten aus dem tariffreien Mittelstand ist der Wechsel in ein tarifgebundenes Werk deshalb finanziell attraktiv, in die Gegenrichtung scheitern Wechsel regelmäßig genau daran — auch dann, wenn die Aufgabe reizvoller wäre.
Starke Regionen
Baden-Württemberg (Raum Stuttgart, Neckarsulm) · Bayern (München, Ingolstadt, Region Nürnberg) · Niedersachsen und Ostwestfalen · Sachsen und Thüringen · Saarland und Rheinland-Pfalz
Rollen, die wir hier besetzen
Häufige Fragen
Warum ist IATF-Erfahrung bei QM-Stellen so entscheidend?
Weil die Zertifizierung Geschäftsgrundlage ist: Ohne sie bekommt der Zulieferer keine Aufträge. Ein Qualitätsmanager muss Kundenaudits bestehen, Erstbemusterungen sauber aufsetzen und Reklamationen in einer vorgegebenen Systematik abarbeiten. Diese Routine bringt man aus einer nicht auditierten Fertigung nicht mit, sie lässt sich nur im laufenden Betrieb erwerben.
Wie gehen Sie mit Kandidaten aus reiner Verbrennerfertigung um?
Wir bewerten nicht das Produkt, sondern das Verfahren. Wer Zerspanung, Umformung oder Automatisierung beherrscht, ist auch in anderen Bauteilwelten gefragt — entscheidend ist, ob der Kandidat schon einmal einen Technologiewechsel im Betrieb mitgemacht hat und wie er darüber spricht. Diese Einschätzung geben wir dem Kunden offen mit.
Sind Kandidaten aus Kurzarbeitsphasen wechselbereit?
Häufig ja, aber mit einem anderen Motiv: Sicherheit und Auftragslage des neuen Arbeitgebers werden intensiver hinterfragt als das Gehalt. Wer diese Fragen im Erstgespräch ehrlich beantwortet, gewinnt Kandidaten, die sonst gar nicht erst zusagen würden.
